Die Künstlerin Alicja Kwade stellt vom 12. März bis 24. Mai 2015 in der Kunsthalle in Nürnberg aus. Die Ausstellung Warten auf Gegenwart II eröffnet am Mittwoch, den 11.03.2015.

Die Kunst von Alicja Kwade

Was ist Realität? Was ist Wirklichkeit? Welche Gewissheiten sind nur ein Konstrukt? Ist die Wahrheit naturwissenschaftlicher Gesetze absolut? Oder ist etwas nur wahr oder wertvoll, weil in diesem Punkt ein gesellschaftlicher Konsens besteht? Gibt es parallele Realitäten und kann Kunst diese visualisieren?

„Ich interessiere mich für Wissenschaft genauso wie für Philosophie und Religion, da alle drei Bereiche versuchen, die gleichen Fragen nach unserem Dasein und unserer Realität, oder das was wir so nennen, zu beantworten. Ich versuche, diese Fragen in eine künstlerische Geste umzuwandeln, immer aus der Sehnsucht heraus, etwas zu erfahren.“ (Alicja Kwade)

Alicja Kwade hat ein Rennrad verbogen. Es sieht aus als wäre es in einem Unfall verwickelt gewesen
Alicja Kwade, Reise ohne Ankunft (RALEIGH), 2012/2013
gebogenes Fahrrad/bent bike, 96 x 60 x 60 cm; 37 3/4 x 23 2/3 x 23 2/3 in; Courtesy Alicja Kwade und/and Johann König, Berlin; Foto: Roman März;

In ihren Installationen, Skulpturen, Videoarbeiten und Fotografien stellt Alicja Kwade solche Fragen nach unserer Wahrnehmung von Realität.

Ihre Werke thematisieren naturwissenschaftliche, philosophische, gesellschaft­liche oder auch ökonomische Phänomene, die unser alltägliches Leben bestimmen.

Durch pointierte Eingriffe wie Verformungen und Spiegelungen, Doppelungen und Vervielfältigungen aber auch durch eine ungewöhnliche Kombinatorik provoziert die Künstlerin jedoch ein gedankliches Stolpern.

Neue Kausalketten lassen uns an der Absolutheit naturwissenschaftlicher Gesetze oder kollektiver Wertvorstellungen zweifeln, vermeintliche Wahrheiten wie vertraute Sehgewohnheiten werden auf den Kopf gestellt.

In einem Spagat zwischen diskursiver Qualität und ästhetischer Präzision gelingt es Alicja Kwade für abstrakte Werte stets visuell starke Bildmetaphern zu finden.

Alicja Kwades Ausstellung in der Kunsthalle in Nürnberg

Alicja Kwades Skulptur aus Corten Stahl wurde im Jahr 2014 hergestellt und hat die Form eines riesigen, polygonalen Trichters
Alicja Kwade, Der Tag ohne Gestern, 2014,Corten Stahl, Weckeruhrwerk/ Corten steal, alarm clockwork, 269 x 143 x 143 cm; Installationsansicht/installation view Kunstmuseum St. Gallen; Courtesy Alicja Kwade und/and Johann König, Berlin; Foto: Stefan Rohner

In der Kunsthalle Nürnberg zeigt sich dieses unter anderem bei dem komplexen Thema der Zeit. Bereits der Ausstellungstitel Warten auf Gegenwart II spielt auf den Zeitpunkt zwischen Vergangenheit und Zukunft an und wirft die grundsätzliche Frage nach dem Wesen der Zeit auf.

Wie erleben wir Gegenwärtigkeit, Veränderung oder den Verlauf der Zeit? Wie ein roter Faden zieht sich der Zeitbegriff als ein vielschichtiges Phänomen durch den Ausstellungsparcour.

Alicja Kwade – Biographisches

Alicja Kwade Werk Parallewelt besteht aus zehn Kaisertitel-Lampen, Kabeln und Spiegeln. Leider habe ich keine Ahnung warum. Wird aber sicherlich in der Ausstellung erklärt.
Alicja Kwade, Parallelwelt 2, 2008, zehn Kaiser-Idell Lampen, zehn Spiegel/ten Kaiser-Idell lamps, ten mirrors, 98 x 56 x 300 cm, Größe variabel/dimensions variable, Courtesy Alicja Kwade und/and Johann König, Berlin; Foto: Roman März

Alicja Kwade (geboren 1979 in Kattowitz, Polen) lebt und arbeitet in Berlin, wo sie von 1999 bis 2005 an der Universität der Künste studierte.

Ihre Arbeiten wurden in den vergangenen Jahren in zahlreichen Institutionen gezeigt, u.a. 2013 im Haus Esters in Krefeld oder 2012 in der Gruppenaus­stellung Made in Germany II im Kunstverein Hannover.

Gerade hat die Künstlerin den hoch dotierten hectorpreis der Kunsthalle Mannheim erhalten, der alle drei Jahre im Bereich Bildhauerei, Objektkunst und Rauminstallation vergeben wird

Die Ausstellung Warten auf Gegenwart II entstand in Kooperation mit dem Kunstmuseum St. Gallen.

Im Verlag der Buchhandlung Walther König erscheint im April 2015 ein umfangreicher Ausstellungskatalog mit Texten u. a. von Nadia Veronese und Harriet Zilch sowie einer fotografischen Dokumentation der Ausstellungen in St. Gallen und Nürnberg.

(Pressemitteilung KunstKulturQuartier/Kunsthalle Nürnberg)

Adresse: Kunsthalle Nürnberg, Lorenzer Straße 32, 90402 Nürnberg

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