Cascading Loops: Tobias Buckel und Gloria Zein

In der ersten Ausstellung der Galerie Sturm in der Virtuellen Realität treffen Skulpturen von Gloria Zein und Malereien von Tobias Buckel aufeinander. Die Präsentation wurde von beiden gemeinsam erarbeitet. Die Künstler experimentieren mit der Staffelung und Gleichzeitigkeit von Virtualitäten und interessieren sich für die Überlagerung verschiedener Raumerfahrungen.

In der Virtuellen Realität erleben wir eine gesteigerte visuelle Aufmerksamkeit, verlieren aber zugleich das Bild unseres eigenen Körpers. Wir lassen den Leib mit seinen taktilen und sensorischen Empfindungen in der physischen Realität zurück, was wiederum die Erfahrung des Körpers gleich einer Phantom-Extremität intensiviert.

Für das aktuelle Ausstellungsprojekt verändert Gloria Zein die ursprünglichen Dimensionen und Gewichte ihrer Skulpturen aus gebranntem und nur teilweise glasiertem Ton. Um ein Vielfaches vergrößert steigert sich ihre visuelle Plastizität im virtuellen Raum. Die Oberflächen der Plastiken sind roh und tragen sichtbare Bearbeitungsspuren der Hände. Die Formen sind eher geschlossen, sie ermöglichen uns nur von bestimmten Seiten aus einen Blick ins Innere.

Auf Augenhöhe im Ausstellungsraum schwebend wird eine Skulptur zum Vehikel in eine weitere virtuelle Ebene. Beim „Betreten“ der Skulptur wird der Besucher in einen anderen Zustand des Galerieraums befördert, in dem ihn eine neue, den gesamten Raum einnehmende Form an den Rand der virtuellen Realität drängt. Dieser Aufbau experimentiert mit der Erfahrung von Verletzlichkeit in einem an sich körperlosen Ambiente.

Cascading Loops, © Galerie Sturm
Cascading Loops, © Galerie Sturm

Tobias Buckels Papierarbeiten entstehen aus der Skizzenarbeit. In einem Prozess des Umherstreifens notieren sie Gedanken, Konstruktionen, Formen. Wenn sich dabei verschiedene Ansätze oder Ideen überlagern und miteinander verschmelzen, ergeben sich neue Bildmöglichkeiten. Diese entfernen sich unterschiedlich weit vom Gegenstand, pendeln zwischen abbildhaften Räumen und formalen Kompositionen.

Die scheinbaren Orte, die sich in Tobias Buckels Arbeiten öffnen, setzen sich im virtuellen Galerieraum fort. Aus kleinformatigen Zeichnungen wird eine raumgreifende Bodenarbeit, von welcher aus sich digital erzeugte lineare Elemente in den Raum ausdehnen. In dieser Struktur werden die Papierarbeiten ebenfalls schwebend präsentiert, so sind Vorder- und Rückseiten sichtbar und frei zugänglich.

Aktuelle Infos auf der Webseite der Galerie Sturm.

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