Family Business im Bürgerhaus Schwabach

Eine Brücke von London nach Stein.

Heute Abend eröffnet die Geburtstagsausstellung „Family Business“ des Bildhauers Hanspeter Widrig in Zusammenarbeit mit seinem Sohn und Designer Daniel Widrig in der Städtische Galerie im Bürgerhaus in Schwabach um 19 Uhr.

Widrig taucht tief in die Vergangenheit ein, wenn er von seiner Zusammenarbeit mit Künstlerbund-Gründer Hubert Vogl erzählt. Doch der Künstler aus Stein hat auch ein Auge für die Zukunft. Von der Schau zu Ehren des eigenen Jubiläums hat er zur nächsten Künstlergeneration eine Linie gezogen.

Die Ausstellung Family Business von Hanspeter Widrig und Daniel Widrig in Schwabach

„Wir zeigen einen Querschnitt unseres individuellen Schaffens und schlagen so eine Brücke von London nach Stein“ Daniel Widrig

Hanspeter Widrig und der „Widrig-Stil“

Hanspeter Widrig zeigt in der BürgerhausGalerie in Schwabach zahlreiche seiner Janus-Köpfe. Der römische Gott faszinierte ihn schon immer. „Vor allem der Moment zwischen Vergangenheit und Zukunft“, sagt er. Denn zwei Gesichter machen Janus zum Repräsentanten der Zeit. Er kann auf das Kommende blicken und das Zurückliegende betrachten. Widrig sucht in diesem mythologischen Spannungsfeld einen Platz für die Gegenwart. „Sie ist schmal und beweglich“, findet der Bildhauer und geht in seinem Atelier daran, ihr gestalterischen Ausdruck zu verleihen, indem er Janus‘ Ambivalenz zur Debatte stellt.

Hanspeter Widrig und Daniel Widrig: Family Business, Foto: Robert Schmitt
Hanspeter Widrig und Daniel Widrig: Family Business, Foto: Robert Schmitt

„Was die Philosophie nicht erklären kann, das versuche ich, bildhauerisch darzustellen.“ Hanspeter Widrig

Außerdem sind einige Skulpturen im typischen Widrig-Stil zu sehen. Naturformen, gegenständlich und klar, werden lebendig in Katzen, einem Kamel, einem Pferd und der Giacomelli-Kuh. In einer weiteren Arbeit stapelt Widrig 18 Totenköpfe, womit er den Schrecken der Weltkriege zeigen will.
Daniel Widrig künstlerisch-gestalterische Arbeit findet vor allem am Rechner statt. Mit dem Computer erzeugt er digital fast futuristische Formen. Die Produktion übernimmt ein 3D-Drucker oder der CNC-Fräßer, dessen Spuren auf Polyethylenschaum zum Ornament werden. Die Grundform von drei kreisförmigen Reliefs hat er auf diese Weise in London gefertigt. In Ansbach wurden sie verchromt oder mit Goldfarbe überzogen.

Hanspeter Widrig ist freischaffender Bildhauer und lebt und arbeitet seit 1970 in Stein bei Nürnberg.
Nach der Einführung in die Bildhauerei durch Albert Wider und der Mitarbeit an größeren Aufträgen in der Schweiz und in Italien studierte er Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Professor Karl Baur sowie an der Akademie der Bildenden Künste Brera in Mailand bei Prof. Marino Marini und Prof. Francesco Messina. Bis 1972 studierte er bei Professor Hans Wimmer und Professor Wilhelm Uhlig an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg, wo er sein Studium 1975 als Meisterschüler abschloss.

In seiner Tätigkeit verfügt er über umfangreiche Erfahrungen als Plastiker, Konstrukteur und Zeichner in der Entwicklung und Umsetzung zwei- und dreidimensionaler gestalterischer Konzepte und Projekte, welche er sowohl als private Auftragsarbeiten, in Folge der Realisierung diverser Wettbewerbsbeiträge, sowie in eigener Forschungstätigkeit ausführt.

Besonderes Interesse bei seiner Arbeit gilt der Form im architektonischen Raum, der Form als Erweiterung desselben sowie dem Dialog zwischen dem Objekt und seinem sich ändernden Umfeld.

Hanspeter Widrigs Arbeiten und Projekte wurden unter anderem in Deutschland, Frankreich, der Schweiz, Österreich, dem Irak und in Italien ausgestellt.

Daniel Widrig – London, „Maya Master“, Villa Massimo Stipendiat und Time Magazine

© Daniel Widrig
© Daniel Widrig

Daniel Widrig ist 37 Jahre alt und lebt in London. Dort lehrt er am University College London (UCL) Gestaltung. Zuvor hat er in der britischen Hauptstadt Architektur, Kunst und experimentelles Möbeldesign studiert. 2009 eröffnete er in London ein eigenes Studio, in dem er innovative Formen für Kunst, Mode, Möbel und Architektur entwickelt. Seine Arbeiten finden international große Beachtung und sind mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden. Inspiriert hat ihn insbesondere die langjährige Zusammenarbeit mit der irakisch-britischen Architektin Zaha Hadid.

Daniel Widrig erhielt 2009 den „Maya Master“ Titel, den die internationale Designer-Gemeinschaft und die Software-Industrie an Menschen vergeben, die die Grenzen zwischen Technologie und Kunst neu definieren. Zuvor war Daniel Widrig Stipendiat in der Villa Massimo in Rom.

2011 kürte das Time-Magazine seine Drei-D-gedruckten Kleidungsstücke zu einer der 50 besten Innovationen des Jahres. Daniel

Widrigs Entwürfe waren Bestandteil bedeutender Ausstellungen in Basel, Paris , Berlin und London.

Weitere Arbeite von Daniel Widrig finden Sie hier auf Flickr.

Adresse der Städtischen Galerie im Bürgerhaus

Königsplatz 29A, 91126 Schwabach

Öffnungszeiten der Ausstellung Familiy Business

Do & Fr:  11:00-18:00 Uhr, Sa: 10:00-13:00 Uhr, So: 13:00-16:00 Uhr, Feiertag: 13:00-16:00 Uhr

 

Text von Robert Schmitt und Webseite von Hanspeter Widrig mit Änderungen von Alexander Racz, M. A.

Redaktion: Alexander Racz, M. A.

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