Francesco Neo stellt ab dem 16. März 2018, 19 Uhr in der Galerie LeonART in der Leopoldstraße 24, 90439 Nürnberg aus.

Anlässlich der Ausstellung gibt Francesco im Interview einen Einblick in seine Kunst.

PINK, 150 x 150 cm, 2018, Ölpainting & Spray, © Francesco Neo
PINK, 150 x 150 cm, 2018, Ölpainting & Spray, © Francesco Neo

Francesco Neo MEGA MEGA POP

Kunstnürnberg: Deine Malerei wird durch knallige Farben und eindeutige Motive dominiert. Deshalb fällt sie den Betrachtern direkt ins Auge. Wie wichtig ist dir dieser erste Moment. Welche Reaktion möchtest du provozieren?

Francesco Neo: Das ist richtig. Genau danach suche ich. Ich möchte so eine Beziehung zu den Betrachtern aufbauen. Jeden Tag werden wir bombardiert mit Bildern, Fotos und visuellen Eindrücken aus der Werbung. Für mich müssen die Bilder etwas mehr sein. Vielleicht kommt daher die farbige Gewalt, das poppige mit viel Kontrast. Ich möchte expressiv sein und die Betrachter emotional berühren. Sie sollen sich Fragen stellen und darüber nachdenken, warum sie von meiner Malerei angesprochen werden. Ich möchte sehr lebendig malen und deshalb benutzte ich Farben, die ins Auge springen. Das passt auch gut zu meinem Charakter. Ich spiele mit bunten Farben, wie Kinder, die völlig frei sind und auf Wände und Blätter einfach alles malen. So ziehe ich mich auch an. Bunt und knallig. Ich bin frei im Kopf, frei in meinen Klamotten und frei in meinen Bildern.

ALIVE, 100 x 160cm, 2017, Ölmalerei & Spray, Detail © Francesco Neo
ALIVE, 100 x 160cm, 2017, Ölmalerei & Spray, Detail © Francesco Neo

Kunstnürnberg: Vor einigen Jahren hast du poppige Madonnen mit Barbie-Heiligenschein aber auch einen Hitler oder Berlusconi mit Heiligenschein gemalt. Jetzt sieht man eher Figuren mit idealisierten Gesichtszügen ohne einen offensichtlichen Bezug zu Personen. Wie entwickelte sich deine Malerei in den letzte Jahren?

Francesco Neo: Früher wollte ich schnell bekannt werden und habe mir starke politische Themen ausgesucht, um diese zu bearbeiten. Kirche, Hitler und Politiker wie Berlusconi. Ich wollte kritisieren, schockieren und einen Skandal provozieren. Dann dachte ich mir, wieso soll ich auf großen Künstler machen. Ich kann auch einfach ein normaler Maler sein und ich muss keinen Skandal suchen. Im Rückblick hätte ich es wahrscheinlich anders gemacht. Es war der falsche Weg.

Für mich ist es noch nicht an der Zeit Skandal zu machen. Ich wollte mich mehr auf die Malerei konzentrieren, als auf den Skandal. Und viel meiner älteren Malerei ist natürlich auch bis heute in meinen Arbeiten vorhanden. Jedoch mache ich keine Kombination aus Malerei und Collage mehr, wie zum Beispiel die Heiligenscheine aus Barbies, die die Politikerportrais kennzeichnen. Ich arbeite jetzt mit Ruhe ohne auf einen vermeintlichen Erfolg zu schielen. Ich male gerne Menschen, Frauen und Männer. Auch als Porträt.

ELENE, Ölmalerei+Spray, 110x160cm, 2017, © Francesco Neo
ELENE, Ölmalerei+Spray, 110x160cm, 2017, © Francesco Neo

Kunstnürnberg: Deine Malerei könnte großformatig sehr gut im öffentlichen Raum als Street Art funktionieren. Jedoch malst du auf Leinwand. Hast du dir überlegt auch mit der Spraydose auf die Straße zu gehen?

Francesco Neo: Ich male mit Ölfarbe und dennoch sind meine Bilder für mich Pop. Denn Pop ist für mich Kommunikation. Pop-Art-Künstler sind für mich sehr expressive, direkte und kommunikative Künstler. Zur Zeit bin ich äußerst produktiv und komme auf ca. 100 Bilder pro Jahr. Ich bin schnell geworden, und habe mich dabei an Street-Art Künstlern aber auch einem Jean-Michel Basquiat orientiert. Ich lerne einfach sehr gerne von anderen KünstlerInnen, denn Kunst kommt von Kunst. So agiere ich auch. Meine Kunst ist für jedermann und auch nicht Intellektuelle können meine Kunst verstehen und mögen auch meine Kunst.

Eros, 2017, 100 x 160, Ölmalerei & Spray, © Francesco Neo
Eros, 2017, 100 x 160, Ölmalerei & Spray, © Francesco Neo

Ich versuche die alte Idee der Pop-Art mit modernen Street Art zu mischen. Technisch entsteht auf der Leinwand eine Fusion zwischen Ölmalerei, also einer alten Pinseltechnik und der Farbe aus Spraydosen, wie man sie von Graffiti und Street-Art auf der ganzen Welt kennt. Die Spraydose wird für mich in letzter Zeit wichtiger und spielt eine größere Rolle auf den Bildern. Früher habe ich nur den Hintergrund gesprayt und inzwischen kommt Spray auch auf die Ölfarbe drauf.

In Mailand habe ich damals eigentlich als Sprayer angefangen. Ich hatte eine Crew, wir haben Hip-Hop gehört und angefangen Wände zu bemalen. Das war jedoch gefährlich, denn jederzeit konnte die Polizei um die Ecke kommen. Außerdem gab es recht hohe Strafen. Es war kompliziert in Mailand ein Sprayer zu sein. Ich kann mir aber auch wieder vorstellen Street-Art zu machen. Dafür muss ich jedoch meine Technik mit der Spraydose noch verbessern.

BEATRICE, 110 x 160 cm, 2017_Ölmalerei & Spray, Detail, © Francesco Neo
BEATRICE, 110 x 160 cm, 2017_Ölmalerei & Spray, Detail, © Francesco Neo

Kunstnürnberg: In welchem Preissegment bewegen sich deine Bilder? 

Francesco Neo: Die Preise meiner Bilder bewegen sich zur Zeit zwischen 1000 und 3000 Euro.

Kunstnürnberg: Du stellst ab dem 16. März 2018 in der Galerie LeonArt in Nürnberg aus. Was erwartet uns?  

Francesco Neo: Ja genau! Ich wurde von der Galerie LeonArt eingeladen, um dort meine Arbeiten zu zeigen. Die Galerie hat einen sehr großen Raum und viel Platz, ca. 200 qm. Deshalb werde ich meine großen Formaten zeigen. Es wird wieder mal sehr bunt 🙂 Bei der Vernissage wird ein DJ auflegen und ich freue mich schon sehr auf diesen Abend.

Die Leute können mich kennenlernen, ich werde über meine Kunst reden und erzählen wie ich male. Vernissagen sind immer eine gute Gelegenheit, um mit den Künstlern zu reden.

Die Ausstellung kann dann bis 6. Mai 2018 in der Galerie LeonART, Leopoldstraße 24, 90439 Nürnberg. Immer Freitag 16 bis 20 Uhr und Sonntag 14 bis 18 Uhr.

BAUDELAIRE, 2017, 100 x 70, © Francesco Neo
BAUDELAIRE, 2017, 100 x 70, © Francesco Neo

Kunstnürnberg Wo kann man dich und deine Arbeiten außerdem noch sehen?

Francesco Neo: Nach der Ausstellung in Nürnberg geht es zunächst (inzwischen zum vierten Mal) nach Ulm auf die Messe Kunstschimmer (21.–29. April 2018) und vom 10. bis 13. Mai auf die ARTMUC in München, für die ich ausgewählt wurde und wo ich einen 9 qm großen Stand habe. Die ARTMUC ist für mich immer ein toller Markt. Für mich, der in Nürnberg wohnt, ist München immer wie der große Bruder. Das ist aber auch eine andere Welt. Nürnberg ist cool, aber München ist einfach eine andere Liga. Da gibt es zwar mehr Konkurrenz von richtig tollen Künstlern, aber auch mehr Käufer.

Nach der ARTMUC steht noch der supermART von Laurentiu Feller (25.–27. Mai) in Halle 15 Auf AEG an, wo ich kleinere Arbeite zeigen werde. Es ist mir immer wichtig an vielen Sachen teilzunehmen und aktiv zu sein. Ob groß oder klein. Letztens habe ich zum Beispiel Live Paintings in der USG und der Weinerei in Nürnberg gemalt. Ich bin umtriebig und möchte meine Kunst auf die Straße bringen. Ich möchte neue Leute kennenlernen und mit meiner Kunst auf Reisen gehen.

Ich kam damals wegen der Liebe nach Nürnberg und bin wegen der Kunst geblieben. Hier gibt es viele Künstler, viel Kunst und viele Galerien. Ich muss Deutschland eigentlich Danke sagen. In Italien könnte ich keine Kunst mehr machen. Deutschland ist viel dynamischer und hier kaufen auch junge Leute Kunst. In Italien ist die Kunstszene eher etwas für Snobs und reiche Leute. Hier ist Kunst für jeden zugänglich und wird auch von mehr Leute gekauft.

Kunstnürnberg: Vielen Dank für das Interview.

Francesco Neo: Vielen Dank!

Infobox zu Francesco Neo

  • Webseite
  • Atelier: Färberstraße 10, 90402 Nürnberg
NEO panoramica, 2017, Foto: Wolfgang Stegherr
NEO panoramica, 2017, Foto: Wolfgang Stegherr

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