"In-the-round", 2019, Öl auf Leinwand, ca. 226 x 241 cm, Courtesy Soy Capitán, Berlin, Foto: Nick Ash
„In-the-round“, 2019, Öl auf Leinwand, ca. 226 x 241 cm, Courtesy Soy Capitán, Berlin, Foto: Nick Ash

Die Ausstellung Grace Weaver. O.K. ist vom 16. November 2019 bis 9. Februar 2020 im Kunstpalais Erlangen zu sehen.

Grace Weaver gehört einer jungen Generation von Künstler*innen an, die seit einigen Jahren der Tradition der figurativen Malerei neues Leben einhauchen.

Die Hauptfiguren ihrer Werke können dabei beobachtet werden, wie sie sich der Selbstfürsorge hingeben oder Freizeitaktivitäten nachgehen wie Stylen, Shoppen, Sport treiben oder einfach nur absorbiert sind von ihren Smartphones.

Die großformatigen Öl- und Acrylgemälde von Grace Weaver (*1989 in Vermont, USA) bilden höchst gewöhnliche Aspekte des Lebens im 21. Jahrhundert ab und erscheinen auf diese Weise als eine neue Herangehensweise an die Genremalerei unserer Zeit, und besonders von Weavers Generation.

Ihre starke Wirkung beziehen die Bilder aus der Fähigkeit der Künstlerin, alltägliche nachvollziehbare Szenen durch einfache Formen und in einer klaren visuellen Sprache zu erzeugen.

In ihren neuen Ölgemälden, zu sehen in ihrer Solo-Show O.K. im Kunstpalais, entwickelt sie diesen Ansatz weiter, indem sie sich auf kleinere Personengruppen wie Paare, Freunde und Portraits von Individuen in vertrauteren Umgebungen konzentriert. Umarmungen, Liebkosungen und das Tauschen tiefer Blicke werden zu wiederkehrenden zentralen Motiven.

Manche der Leinwände sind gefüllt mit großen für sich stehenden Formen wie einer Hand oder einem weiblichen Torso. Wiederholt rücken Objekte in den Mittelpunkt, die mit dem Erscheinungsbild und der Haltung des menschlichen Körpers zu tun haben.

Eine Reihe von Schuhen etwa, die in einer neuen Serie von Gemälden abgebildet ist, verweist diskret auf die jeweiligen Stimmungen ihrer Trägerinnen.

Generell liegt in Weavers Werken im Ausdruck der einzelnen Personen eine Form von Ambivalenz.

"11:45 A.M.", 2019, Öl auf Leinwand, ca. 180 x 165 cm, Courtesy Soy Capitán, Berlin, Foto: Nick Ash
„11:45 A.M.“, 2019, Öl auf Leinwand, ca. 180 x 165 cm, Courtesy Soy Capitán, Berlin, Foto: Nick Ash

Sie fordern die Betrachter*innen auf, zwischen den Zeilen zu lesen auf der Suche nach den vielfältigen Bedeutungen, die im Ausdruck „O.K.” mitschwingen. Im alltäglichen Gespräch kann ein einfaches „O.K.” für alles zwischen aufrichtigem Beipflichten und freundlicher Ablehnung stehen.

In gleicher Weise bietet die Figuration in Weavers Malerei wie auch ihre reiche Palette warmer und subtiler Töne ein Gesamtbild, das immer neuen Stoff zur Fortsetzung der Erzählungen liefert, die in ihrer Malerei anklingen.

Neben den Ölgemälden zeigt die Ausstellung ebenfalls eine Auswahl von Weavers Kohlezeichnungen, die selbst eine Schlüsselrolle im Œuvre der Künstlerin spielen.

Anlässlich ihrer Solo-Show im Kunstpalais sowie einer zweiten Ausstellung mit dem Titel Little Sister, zeitgleich zu sehen im Oldenburger Kunstverein, wird im Winter 2019 Grace Weavers erster Katalog publiziert.

Die Monografie wird nicht nur die Werke beider Ausstellungen umfassen, sondern auch eine Auswahl von Weavers ikonischsten Arbeiten der letzten Jahre präsentieren und damit erstmals einen Überblick über ihr bereits umfangreiches Œuvre ermöglichen. Enthalten sind Texte von Amely Deiss, Gertrude Wagenfeld-Pleister und Malte Lin-Kröger, sowie Beiträge der Journalist*innen und Autor*innen Melissa Canbaz und Mitch Speed.

"5:30 P.M.", 2019, Öl auf Leinwand, ca. 180 x 165 cm, Courtesy Soy Capitán, Berlin, Foto: Nick Ash
„5:30 P.M.“, 2019, Öl auf Leinwand, ca. 180 x 165 cm, Courtesy Soy Capitán, Berlin, Foto: Nick Ash
"Cloudburst", 2019, Öl auf Leinwand, ca. 130 x 104 cm, Courtesy Soy Capitán, Berlin, Foto: Nick Ash
„Cloudburst“, 2019, Öl auf Leinwand, ca. 130 x 104 cm, Courtesy Soy Capitán, Berlin, Foto: Nick Ash
"Fair-weather", 2019, Öl auf Leinwand, ca. 160 x 145 cm, Courtesy Soy Capitán, Berlin, Foto: Nick Ash
„Fair-weather“, 2019, Öl auf Leinwand, ca. 160 x 145 cm, Courtesy Soy Capitán, Berlin, Foto: Nick Ash

Die Künstlerin

Geboren 1989 in Vermont, USA lebt und arbeitet in New York

  • 2011 University of Vermont, BA, Burlington, VT
  • 2015 Virginia Commonwealth University, MFA, Richmond, VA

Einzelausstellungen (Auswahl):

  • 2019 Little Sister, Oldenburger Kunstverein, Oldenburg, DE 2018 BEST LIFE, James Cohan Gallery, New York, USA 2017 No Hard Feelings, Koppe Astner, Glasgow, GB
  • 2017 Pedestrian, Kunstverein Reutlingen, Reutlingen, DE
  • 2015 Skinny Latte, Soy Capitán, Berlin, DE
  • 2012 The Interior Landscape, DakshinaChitra, Chennai, Tamil Nadu, IN

Gruppenausstellungen (Auswahl):

  • 2018 I‘m large, I contain multitudes, Galerie Wedding, Berlin, DE
  • 2017 Reinventing the Figure, Galleria Monica de Cardeñas, Zouz, CH
  • 2016 No Man is an Island – The Satanic Verses, ARoS Aarhus Kunstmuseum, Aarhus, DK 2015 Southern Hospitality, University of Georgia, USA
  • 2014 MASH-UP, Page Bond Gallery, Richmond, USA

Zur Ausstellung erscheint im Dezember 2019 im Kerber Verlag ein umfangreicher Katalog, herausgegeben von Amely Deiss und Malte Lin-Kröger. Mit Texten von Amely Deiss, Gertrude Wagenfeld-Pleister und Malte Lin-Kröger sowie Melissa Canbaz und Mitch Speed

"After-Party", 2019, Öl auf Leinwand, ca. 89 x 76 cm, Courtesy Soy Capitán, Berlin, Foto: Nick Ash
„After-Party“, 2019, Öl auf Leinwand, ca. 89 x 76 cm, Courtesy Soy Capitán, Berlin, Foto: Nick Ash
"Daytime TV", 2019, Öl auf Leinwand, ca. 107 x 124 cm, Courtesy Soy Capitán, Berlin, Foto: Nick Ash
„Daytime TV“, 2019, Öl auf Leinwand, ca. 107 x 124 cm, Courtesy Soy Capitán, Berlin, Foto: Nick Ash

Saatchi Art

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