Helgi Thorgils Fridjónsson – Isländische Kunst in Nürnberg

Petra Weigle, Dan Reeder und S. E. Gunnar Snorri Gunnarsson (v.l.n.r) bei der Eröffnung, Foto: Alexander Racz
Petra Weigle, Dan Reeder und S. E. Gunnar Snorri Gunnarsson (v.l.n.r) bei der Eröffnung, Foto: Alexander Racz

Die Ausstellung „Stækkunargler á nálarauga – Mit einer Lupe durch ein Nadelöhr blicken“ des isländischen Malers Helgi Thorgils Fridjónsson eröffnete am letzten Samstag (31. Januar 2015) im Atelier- und Galeriehaus Defet.

Nach einer kurzen Einführung durch Petra Weigle vom Institut für moderne Kunst Nürnberg begrüßte der Isländische Botschafter S. E. Gunnar Snorri Gunnarsson den Künstler und die Gäste der Vernissage.

Es folgte eine hervorragende und amüsante Rede des Malers Dan Reeder zur Kunst des Isländers.

Petra Weigle, Dan Reeder und  S. E. Gunnar Snorri Gunnarsson (v.l.n.r) bei der Eröffnung, Foto: Alexander Racz
Petra Weigle, Dan Reeder und S. E. Gunnar Snorri Gunnarsson (v.l.n.r) bei der Eröffnung, Foto: Alexander Racz

Da der Pressetext des Instituts klar und überzeugend die Kunst von Helgi Thorgils Fridjónsson erläutert, empfehle ich die Lektüre und drucke ihn hier ab:

Helgi Thorgils Fridjónsson: Stækkunargler á nálarauga – Mit einer Lupe durch ein Nadelöhr blicken

Island fasziniert nicht nur Vulkanforscher, Einsamkeitssucher und Anhänger elfenhafter Pop-Madonnen. Es gibt dort eine lebendige Literatur- und Kunstszene, die aus dem kulturellen Erbe Islands schöpft, es auf eigenwillige Art und Weise reflektiert und weiterentwickelt.

Zu den bekanntesten Künstlern Islands zählt Helgi Thorgils Fridjónsson (*1953 in Reykjavík, wo er auch lebt), der bereits 1990 Island auf der Biennale in Venedig vertrat.

Seine stark symbolhafte Malerei wird charakterisiert durch eine klare und übersichtliche Komposition, reduziert auf wenige Figuren und Objekte.

Allein schon mit diesen formalen Mitteln entsteht eine surreale, eindringliche Bildwelt, die an die Grenzen des Märchenhaften heranreicht.

Mit seiner auf den ersten Blick schlichten Darstellungsweise und der vermeintlich naiven Attitüde seiner Malerei erschließt er jedoch weite Deutungsräume, voll mit Verweisen auf die abendländische Kunstgeschichte und den gewaltigen Mythenkomplex Islands – wie Helgi selbst sagt:

I use history as a step into another understanding. As a past coming from the freezer to get a gaze in to the world.

Mit dem Titel der Ausstellung »Mit einer Lupe durch ein Nadelöhr blicken« wird ein Hinweis auf das Bezugs- und Wahrnehmungssystem seiner Bildwelten gegeben.

Im Zentrum steht der Mensch, oft als Selbstbildnis stilisiert und nackt, der als Projektionsfläche für den Betrachter dient, und in Bezug gesetzt wird zu dem weiteren, meist rätselhaften Kontext.

Helgi Thorgils Fridjónsson: Indigo Night, 2014, Öl auf Leinwand, 205x630, © Alexander Racz
Helgi Thorgils Fridjónsson: Indigo Night, 2014, Öl auf Leinwand, 205×630, © Alexander Racz

Neben den jüngst entstandenen, kleinformatigen Zeichnungen auf Papier sind in der Ausstellung die beiden großformatigen Bilder Blue Music und Indigo Night zu sehen, deren Szenerie den Betrachter vor allem durch ihre eigenwillige Bildsprache überwältigt.

Das meisterhafte Spiel mit den Gestaltungsmitteln der Malerei wird in beiden Überformaten deutlich und zeigt den Menschen in der Schwebe zwischen Realität und Illusion.

Vögel, die als Vermittler zwischen Himmel und Erde in der isländischen Sagenwelt eine besondere Rolle einnehmen, verstärken diesen Eindruck noch – der Betrachter wird eingebunden in ein surreales, nordländisches Monumentalepos.

(Pressemitteilung) 

Mein Fazit zur Ausstellung von Helgi Thorgils Fridjónsson:

Die sehr gut besuchte Vernissage der Ausstellung „Mit einer Lupe durch ein Nadelöhr blicken“ hat mir einen Künstler näher gebracht, den ich vorher nicht kannte und dessen Kunst die Betrachter in kurzer Zeit ohne viel Vorwissen in ihren Bann zieht.

Ich empfehle deshalb allen Lesern einen Besuch der Ausstellung.

Bei dieser Gelegenheit sollte man auch die Ausstellung von Susanne Roth in der Oechsner Galerie im selben Gebäude betrachten, die ebenfalls am Samstag eröffnet hat.

  • Ausstellungsdauer: 4. Februar bis 21. März 2015
  • Ausstellungsort: Institut für moderne Kunst Nürnberg im Atelier- und Galeriehaus Defet, Gustav-Adolf-Straße 33, 90439 Nürnberg
  • Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag 14.00 bis 18.00 Uhr, Samstag 11.00 bis 15.00 Uhr

 

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