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Franz Marc auf dem Weg zum Blauen Reiter. Skizzenbücher

23. Mai bis 1. September

Ausstellung "Franz Marc auf dem Weg zum Blauen Reiter. Skizzenbücher", © GNM

Die Ausstellung „Franz Marc auf dem Weg zum Blauen Reiter. Skizzenbücher“ läuft vom 23.05. bis 1.09.2019 im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg (siehe Infobox unten).

Franz Marcs Skizzenbücher im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg

Sie zählen zu den größten Schätzen der Graphischen Sammlung:
die Skizzenbücher von Franz Marc (1880–1916). Im Jahr 1982 gelang dem Germanischen Nationalmuseum der Erwerb von 26 der ursprünglich 33 Exemplare, die sich noch im Nachlass des Künstlers befanden.

Obwohl damals bereits Blätter entnommen und einzeln verkauft worden waren, enthalten die Nürnberger Skizzenbücher mehr als 600 Zeichnungen und Aquarelle. Das Germanische Nationalmuseum besitzt damit den umfangreichsten Teilbestand von Marcs zeichnerischem Oeuvre.

Zusammen mit seinem schriftlichen Nachlass verfügt es über einen reichen Fundus an Materialien zu Leben und Werk des ebenso bedeutenden wie populären Münchener Expressionisten.

„Viele der Zeichnungen von Franz Marc können die Besucher zum ersten
Mal überhaupt sehen“, hebt Generaldirektor Prof. Dr. G. Ulrich Großmann die Bedeutung der Ausstellung hervor. „Das ist eine einmalige Chance.“

Eine notwendige Restaurierung der fragilen Hefte hatte ihre vorübergehende Auflösung erforderlich gemacht und ermöglicht diese erstmalige Ausstellung des weitgehend unbekannten Bestands.

Die Skizzenbücher umfassen den Zeitraum von 1904 bis 1914 und damit die entscheidenden Jahre der Werkentwicklung vom Jugendstil bis zu Expressionismus und Abstraktion. Die frühen beginnen mit kleinen ländlichen Szenen und Landschaften im Stil der Münchener Sezession und der Dachauer Maler.

Es folgen zwischen 1904 und 1907 Skizzenbücher, die – neben zahlreichen Tiermotiven – Landschaftsausschnitte, genrehafte Figurenstudien und Porträts zeigen. Oft auf getöntem Papier oder mit malerisch gewischten und mit Weißhöhungen versehenen Passagen spiegeln sie im Sinne des Impressionismus die äußere Erscheinung der Welt.

Auf einer Reise nach Paris 1907 lernt Franz Marc die neue Welt des Postimpressionismus kennen. Vincent Van Gogh und Paul Gauguin sind für ihn maßgeblich auf der Suche nach einem eigenen Weg.

Ausstellungsansicht "Franz Marc auf dem Weg zum Blauen Reiter. Skizzenbücher", © GNM
Ausstellungsansicht „Franz Marc auf dem Weg zum Blauen Reiter. Skizzenbücher“, © GNM

Die Skizzenbücher VI bis X der Jahre 1907 bis 1909 zeugen von intensiven Studien der menschlichen, vor allem aber der tierischen Anatomie und Bewegung. Der Kompositionsentwurf „Zwei stehende Pferde im Busch“ von 1908 steht exemplarisch für einen neuen Entwicklungsschritt, der durch eine reduzierte Form und die Betonung des Linearen gekennzeichnet ist. Japanische Holzschnitte dienen Marc ebenso als Inspiration wie klassizistischen Zeichnungen von Hans von Marées oder Werke von Bildhauern wie Aristide Maillol.

Die Skizzenbücher XI bis XXII der Jahre 1908 bis 1911 dominieren Bewegungsstudien und Aktfiguren. Der Tanz spielt eine wichtige Rolle. Tiere, Menschen und Landschaft in einer Einheit zu verschmelzen, ist Marcs erklärtes Ziel. Angeregt durch einen Artikel von Maurice Denis versucht er sich am Pointillismus, um ein übergeordnetes Formprinzip für die harmonische Verbindung von Lebewesen und Landschaft zu erreichen. Die Skizzenbücher XXIV bis XXIX aus den Jahren 1911 bis 1912 zeigen Franz Marc auf dem ersten Höhepunkt seines Schaffens. Äußerlich waren es u.a. die Diskussionen in der „Neuen Künstlervereinigung München“, die neuen Freunde um Wassily Kandinsky und das Erscheinen des Almanachs „Der Blaue Reiter“, die entscheidend für seinen künstlerischen Durchbruch wirken.

Die Skizzenbücher verdeutlichen den Werdegang des 1916 im Alter von
36 Jahren Gefallenen. Sie dokumentieren nicht nur Werkchronologie und Stilentwicklung, sondern geben auch Aufschluss über Arbeitsweise und die Entstehung wichtiger Hauptwerke.

In der Gesamtschau eröffnen sie den Blick auf viele unbekannte Facetten des künstlerischen Werks in den entscheiden- den Jahren des Kampfes um die moderne Kunst in Deutschland und regen an, das bislang vorherrschende Bild von Franz Marc zu überdenken. Mit Blick auf den Nürnberger Bestand und die Entnahmepraxis der Nachlassverwalter wird die selektive Vorgehensweise erkennbar, mit der das Oeuvre des Früh- verstorbenen für die Nachwelt geformt wurde.

Ausstellungsansicht "Franz Marc auf dem Weg zum Blauen Reiter. Skizzenbücher", © GNM
Ausstellungsansicht „Franz Marc auf dem Weg zum Blauen Reiter. Skizzenbücher“, © GNM

Dem Besucher bietet die Ausstellung das einmalige Erlebnis, dem Künstler bei seiner täglichen Arbeit gewissermaßen über die Schulter zu blicken, ihn auf seinen Ausflügen in die Natur und auf Reisen zu begleiten und seine Begeisterung für fremde Kulturen, für japanische, indische und ägyptische Kunst zu teilen. Gleichzeitig bleibt Marcs Interesse auch immer der bodenständigen bayerischen Volkskunst seiner unmittelbaren Umgebung verhaftet.

Ziel der Ausstellung ist es, am Beispiel der Skizzenbücher den Zeichner Franz Marc in seinen vielen Facetten darzustellen. Wenige Leihgaben ergänzen punktuell, um Querverbindungen im Werk des Künstlers aufzuzeigen.

Dazu haben öffentliche und private Sammlungen dankenswerter Weise mit wichtigen Werken beigetragen – wie beispielsweise die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe mit dem Gemälde „Rehe im Walde II“ aus dem Jahr 1914 und das Saarlandmuseum in Saarbrücken mit dem Gemälde „Schafe“ von 1912.

Daneben ergänzen Zeichnungen, druckgraphische Blätter, eine Plastik sowie Fotos und Briefe aus dem Bestand des Deutschen Kunstarchivs des Germanischen Nationalmuseums diesen neuen Blick auf das Werk von Franz Marc.

Katalog

Begleitend zur Sonderausstellung erscheint ein Bestandskatalog mit Abbildungen aller Zeichnungen im Maßstab 1 : 2. Kurze konservatorische und kunsthistorische Einführungen stehen den Abbildungen voran. Einführende Beiträge von Yasmin Doosry, Susanna Brogi und Rainer Schoch ergänzen den umfangreichen Band.

Infobox

  • Ausstellungsdauer: 23.05. bis 1.09.2019
  • Germanisches Nationalmuseum Nürnberg, Kartäusergasse 1,
    90402 Nürnberg
  • Dienstag – Sonntag  10 – 18 Uhr, Mittwoch 10 – 21 Uhr, Montag geschlossen
  • öffentliche Führungen: jeden Sonntag um 14:00 Uhr

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Veranstaltungsort

Germanisches Nationalmuseum in Nürnberg
Kartäusergasse 1
Nürnberg, 90402 Deutschland
+ Google Karte
Telefon:
+49 (0)911 / 1331-103
Website:
http://www.gnm.de