Rebecca Schwarzmeier studiert Fotografie in der Klasse von Prof. Juergen Teller an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg.

Rebecca Schwarzmeier über ihre Fotografien und Reisen

© Rebecca Schwarzmeier
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Muss ich etwas über meine Fotografie schreiben, komme ich nicht weit, ohne das Wort Reisen zu nennen. Die meisten meiner Arbeiten beginnen unterwegs. Sie haben immer einen sehr persönlichen Ursprung und entstehen um des Entstehens Willen und nicht, weil ich damit etwas Bestimmtes bewirken möchte.

Eine für mich wichtige Arbeit entwickelte sich Anfang des Jahres 2014. Ich hatte im Zuge eines Auslandssemesters ein Praktikum im Ryan McGinley Studio in New York gemacht und stieß dabei in Ryan’s Bibliothek auf Vertreter der sogenannten New Topographics. Was für eine Offenbarung! Wenig später war das Leihauto gebucht und im Februar flog ich nach Seattle, von wo aus ich alleine die Westküste entlang nach Süden fuhr.

Meine neuen Vorbilder waren schnell vergessen und eigene Erfahrungen und Gefühle formten Fotografien, die geprägt sind von Einsamkeit, Ruhe, Sehnsucht. Auch die Motelbetten spielten eine wichtige Rolle, sollten sie mir doch für eine Nacht Sicherheit und Komfort vermitteln.

Und jeden Morgen ging es weiter, mit sorgenvoller Neugier, ohne festes Ziel. Die entstandenen Fotografien zeigen das für mich. Selten geben sie Auskunft über konkrete Orte. Es sind mehr gesammelte Fragmente einer steten Vorwärtsbewegung.

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Als ich 2016 meinen eigenen VW-Bus gekauft hatte, fuhr ich Ende Sommer mit René Radomsky über die baltischen Länder nach Finnland, Schweden und Dänemark. Primär der Reise wegen, sekundär, um einer bestehenden Angststörung ins Auge zu blicken.

Die dort entstandenen Arbeiten sind sehr von Natur und Entschleunigung geprägt, was unsere Reisegeschwindigkeit wiederspiegelte; Ein langsames Vorantasten, wie weit es gehen kann. Sie laufen derzeit unter dem Arbeitstitel »Near, Far«.

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Eine aktuellere Arbeit, »Fiebertraum«, entfernte sich zunächst ein wenig von der Fotografie, nahm sie dann aber in Form von Polaroids wieder auf. Wie der Titel schon beschreibt, handelt es sich um eine Auseinandersetzung mit dem Traum, dem nicht Greifbaren, dem Unrealen oder dem Ungewissen.

Ich wollte diese Traumwahrnehmung in die Realität übertragen und so entstand eine Kugel aus Pappmaché, Pferdemist, Erde und Leim mit einem Durchmesser von 2,50 Metern. Sie wurde an der Jahresausstellung der AdbK Nürnberg in der Klasse Teller gezeigt.

 

Im Moment beschäftige ich mich mit verschiedenen neuen Themen,  weiß aber – wie bei den Reisen – noch nicht genau, worauf ich mich festlegen will. Neben einer Ausstellung in Leipzig mit der Klasse Teller und Studierenden der HGB Leipzig sind noch weitere Gruppenprojekte für 2018 geplant.

Rebecca Schwarzmeier im Netz

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