Sammlung Böckmann im Neuen Museum in Nürnberg

Gerhard Richter, Abstraktes Bild, 1991 Neues Museum in Nürnberg, Leihgabe Sammlung Böckmann, Foto Neues Museum in Nürnberg (Annette Kradisch)
Gerhard Richter, Abstraktes Bild, 1991 Neues Museum in Nürnberg, Leihgabe Sammlung Böckmann, Foto Neues Museum in Nürnberg (Annette Kradisch)

Das Neue Museum in Nürnberg hat vor Kurzem 69 Werke aus der Sammlung Böckmann als Dauerleihgabe erhalten. Das Museum beherbergt nun die drittgrößte Gerhard Richter Sammlung der Welt.

Gerhard Richter, Abstraktes Bild, 1991 Neues Museum in Nürnberg, Leihgabe Sammlung Böckmann, Foto Neues Museum in Nürnberg (Annette Kradisch)
Gerhard Richter, Abstraktes Bild, 1991 Neues Museum in Nürnberg, Leihgabe Sammlung Böckmann, Foto Neues Museum in Nürnberg (Annette Kradisch)

 

DIE SAMMLUNG BÖCKMANN: 69 WERKE VON RICHTER, GRAUBNER, PENCK UND GENZKEN FÜR DAS NEUE MUSEUM IN NÜRNBERG

Das Neue Museum erhielt insgesamt 69 Werke von Gerhard Richter, Gotthard Graubner, A. R. Penck und Isa Genzken aus der Sammlung Böckmann als Dauerleihgabe.

Dieser außerordentlich reiche Zuwachs kapitaler Werke macht das Neue Museum zu einem Zentrum der bedeutendsten Vertreter deutscher Gegenwartskunst.

„Wir danken der Familie Böckmann für ihr Vertrauen in das Neue Museum in Nürnberg und ihre groß­zü­gi­gen Leihgaben, die die internationale Bedeutung unserer Sammlung prominent ausbauen. Die Samm­lung Böckmann gehört weltweit zu den wichtigen Sammlungen deutscher Malerei der Gegenwart“, so die ehemalige Museumdirektorin Dr. Angelika Nollert.

Nach Auskunft von Dr. Dietmar Elger, Gerhard Richter Archiv in Dresden, verfügt das Neue Museum in Nürnberg mit den Werken aus der Sammlung Böckmann nun über die drittgrößte Sammlung an Werken von Gerhard Richter weltweit.

 

Gerhard Richter, Stadtbild PL, 1970 Neues Museum in Nürnberg, Leihgabe Sammlung Böckmann, Foto  Neues Museum in Nürnberg (Annette Kradisch)
Gerhard Richter, Stadtbild PL, 1970 Neues Museum in Nürnberg, Leihgabe Sammlung Böckmann, Foto Neues Museum in Nürnberg (Annette Kradisch)

 

Die Sammlung von Ingrid und Dr. Georg Böckmann

Die Eheleute Ingrid und Dr. Georg Böckmann haben in den letzten 40 Jahren eine Kunstsammlung von in­ter­nationalem Rang aufgebaut. Dabei war es ihnen stets ein Anliegen, von einzelnen Künstlern ganze Werk­gruppen zu erwerben, um so Arbeiten aus allen wichtigen Schaffensphasen zu besitzen. Die hohe Qualität der Sammlung erklärt sich aus dem Umstand, dass die Eheleute Böckmann mit großer Kenntnis des künst­lerischen Werkes sammeln und auch in einem diskursiven Verhältnis mit den Künstlern ste­hen.

Aus verschiedenen Schaffensperioden stammen 29 Arbeiten von Gerhard Richter (geb. 1932 in Dresden, lebt in Köln). Das früheste Werk von Richter datiert aus dem Jahre 1960 (Badende am Strand), das spä­teste Werk aus dem Jahre 2003 (Abstraktes Bild).

Gotthard Graubner (geb. 1930 Erlbach/Sachsen – 2013 Düsseldorf) ist mit 23 Werken vertreten, das älteste Werk stammt aus dem Jahre 1960 (Farbraum o. T. grün) und das jüngste Werk aus dem Jahre 1996 (Jeune jaune II).

Hinzu kommen 15 Werke des Künstlers A. R. Penck (geb. 1939 in Dresden als Ralf Winkler, lebt in Irland), hier stammt das älteste Werk aus dem Jahre 1959 (Monika) und das jüngste Werk aus dem Jahre 1995 (Die große Spaltung UG 1).

Isa Genzken ist mit zwei skulpturalen Arbeiten aus den Jahren 1979 (Grau-grünes Hyperbolo „Jülich“) und 1983 (Diana – Mutter und Kind) vertreten.

 

Gerhard Richter, Abstraktes Bild, 1991 Neues Museum in Nürnberg, Leihgabe Sammlung Böckmann, Foto Neues Museum in Nürnberg (Annette Kradisch)
Gerhard Richter, Abstraktes Bild, 1991 Neues Museum in Nürnberg, Leihgabe Sammlung Böckmann, Foto Neues Museum in Nürnberg (Annette Kradisch)

Die drei Künstler Richter, Graubner und Penck

Die Besonderheit besteht nun darin, dass die Vielzahl der Leihgaben sich im Wesentlichen auf die drei Künstler Gerhard Richter, Gotthard Graubner und A. R. Penck konzentriert. Alle drei Künstler sind Maler, die an der Kunstakademie in Düsseldorf gelehrt haben.

So besaßen sie nicht allein durch ihr praktisches Werk, sondern auch in der Lehre nachhaltigen Einfluss. Diese drei bedeutenden Künstler haben auf sehr individuelle Weise für die Entwicklung und die Rezeption der zeitgenössischen – insbesondere auch der deutschen – Kunst die Weichen gestellt und sind bereits heute Ikonen der Kunstgeschichte.

Durch das kontinuierliche und vielfältige öffentliche Auftreten der Sammlung Böckmann – in eigenen Museumsausstellungen oder in Form von Leihgaben – haben die Eheleute Böckmann einen wichtigen Beitrag zur Kunst geleistet.

So besteht zwischen Nürnberg und der Sammlung Böckmann bereits seit Ende der 80er Jahre eine enge Beziehung. Erwähnt seien u. a. die Aus­stellungen

  • Malerei mit Gotthard Graubner, Johannes Grützke und Gerhard Richter im Jahre 1989 in der Nürnberger Kunsthalle
  • 2011/12 die Grützke-Retrospektive im Germanischen Nationalmuseum, in der insgesamt 15 Gemälde aus der Sammlung Böckmann gezeigt wurden
  • Das Neue Museum konnte erste Leihgaben aus der Sammlung Böckmann seit Eröffnung des Hauses im Jahre 2000 zeigen und verfügte zuletzt über 12 Leihgaben, darunter 9 Gemälde von Gerhard Richter.
Gerhard Richter Waldstück, 1965 Neues Museum in Nürnberg, Leihgabe Sammlung Böckmann, Foto  Neues Museum in Nürnberg (Annette Kradisch)
Gerhard Richter Waldstück, 1965 Neues Museum in Nürnberg, Leihgabe Sammlung Böckmann, Foto Neues Museum in Nürnberg (Annette Kradisch)

 

Um die wichtigen Neuzugänge gebührend zu würdigen, plant das Neue Museum in Nürnberg groß an­ge­legte Einzelpräsentationen der Künstler in Form einer Trilogie. Den Auftakt bildet ab November 2014 Gerhard Richter, Gotthard Graubner folgt im Jahr 2015 und A. R. Penck in 2016.

(Pressemitteilung Neues Museum in Nürnberg)

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