An der Westseite der Lorenzkirche befindet sich das Teufelsbrünnlein, ein wunderbarer und sagenumwobenerer Brunner, den jeder Nürnberger kennt und der mit Drachen und Teufel die Passanten bezaubert. 

Teufelsbrünnelein am Nordturm der Lorenzkirche in Nürnberg aus dem 19. Jahrhundert

Teufel und Chorschüler am Teufelsbrünnlein, St. Lorenz, Nürnberg © Alexander Racz 2014, Kunstnürnberg
Teufel und Chorschüler am Teufelsbrünnlein, St. Lorenz, Nürnberg © Alexander Racz 2014
  • Ort: Westseite des Nordturms der Lorenzkirche in Nürnberg
  • Datierung: 1888
  • nach Entwurf von Friedrich Wanderer
  • Material: Sandstein

Die Sage vom Teufel und dem Schusserbub

In Nürnberg existiert die Sage von Teufel und dem Schusserbub. Sie ist die literarische Vorlage für das Teufelsbrünnlein an der Lorenzkirche.

Nachdem in St. Lorenz der Pfarrer gegen das Fluchen gesprochen hatte, spielten zwei Chorschüler in der Nähe der Lorenzkirche mit Schussern (Murmeln). Im Laufe des Spiels gerieten sie in Streitigkeiten über das Spiel.

Als der eine Bub beschuldigt wurde, betrogen zu haben, rief er aus: „Hol mich der Teufel, ich hab recht!“ Doch log er und hatte tatsächlich betrogen. Während er diese Worte sprach, flog der Teufel herbei und drehte dem Bub den Hals um.

Daraufhin packte er den toten Chorschüler und flog mit ihm davon. Die Kappe des Schülers fiel herab und blieb an der Blitzableiterstange des Chordaches der Lorenzkirche hängen, das daraufhin „Lausbubenkäpple“ genannt wurde. Quelle: Emmi Bock: Nürnberger Stadtsagen, 2002 

Das Teufelsbrünnlein am Nordturm der Lorenzkirche in Nürnberg

Teufelsbrünnlein, St. Lorenz, Nürnberg © Alexander Racz 2014, Kunstnürnberg
Teufelsbrünnlein, St. Lorenz, Nürnberg © Alexander Racz 2014

An der Westseite des Nordturms der Lorenzkirche befindet sich das Teufelsbrünnlein aus dem Jahre 1888.

Es ist nach Entwürfen von Friedrich Wanderer, dem Professor für Kunstgewerbliches Zeichnen an der Kunstgewerbeschule Nürnberg, aus Sandstein gefertigt worden.

Fiale des Teufelsbrünnlein, St. Lorenz, Nürnberg © Alexander Racz 2014, Kunstnürnberg
Fiale des Teufelsbrünnlein, St. Lorenz, Nürnberg © Alexander Racz 2014

Die Rückwand des Brunnenbeckens schmückt ein neugotischer Rundpfeiler, der in einer Filiale endet.

Auf den seitlichen Schrägen klettert rechts ein Drache. Links ist die Szene aus der Sage dargestellt, in der der Teufel den Chorschüler packt und tötet.

Maske flankiert von zwei Wappen, links: Rost des Hl. Lorenz, rechts Nürnberger Stadtwappen, Teufelsbrünnlein, St. Lorenz, Nürnberg © Alexander Racz 2014, Kunstnürnberg
Maske flankiert von zwei Wappen, links: Rost des Hl. Lorenz, rechts Nürnberger Stadtwappen, Teufelsbrünnlein, St. Lorenz, Nürnberg © Alexander Racz 2014
Drache am Teufelsbrünnlein, St. Lorenz, Nürnberg © Alexander Racz 2014, Kunstnürnberg
Drache am Teufelsbrünnlein, St. Lorenz, Nürnberg © Alexander Racz 2014

Quellen 

  • Günther Fehring / Anton Ress: Bayerische Kunstdenkmale. Die Stadt Nürnberg, Kurzinventar, unveränderter Nachdruck, München 1982, S. 262.
Saatchi Art

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