Das Trinationale Künstlertreffen 2014 findet vom 2. bis 13. September findet in Stein bei Nürnberg statt. Künstler aus Polen, Frankreich und Deutschland treffen sich zum Arbeiten und gemeinschaftlichen Leben in Stein.

Die produzierten Werke werden am 12. September in einer Vernissage im Rathaus Stein zu sehen sein. Einige Werke können ersteigern werden, andere direkt erworben werden. Der Organisator des Künstlertreffens, Dr. Edgar Birzer, ist selber Künstler und stellt sich den Fragen von Kunstnürnberg in einem Interview.

Christa John und Dr. Edgar Birzer
Christa John und Dr. Edgar Birzer

Das Trinationale Künstlertreffen 2014 – Dr. Edgar Birzer im Interview

  • Dauer des Treffens: 2.9.-13.9.2014
  • Orte des Treffens: Akademie Faber Castell Stein und Frauenwerk Stein
  • Vernissage: Freitag, 12. September, ab 18:00 Uhr
  • Ausstellungsdauer: 12.09. – 10.10.2014
  • Ort der Vernissage: Rathaus Stein (Steiner, Hauptstraße 56)

Edgar Birzer im Interview 

Kunstnürnberg: Herr Dr. Edgar Birzer, Sie stemmen das Trinationale Künstlertreffen 2014 in Stein bei Nürnberg und dokumentieren auf ihrer Webseite Sichtweisen.org die Organisation des Treffens. Welche Ziele verfolgen Sie mit sichtweisen.org?

Dr. Edgar Birzer:  Meine Frau Christa John und ich haben vor ca. 15 Jahren angefangen gemeinsam zu Malen. Und damals haben wir eigentlich bemerkt, dass wir sehr unterschiedlich malen, obwohl wir ähnliche Techniken anwandten. Meine Frau malt mit sehr lebendigen, warmen Farben. Das Auflösen von Flächen und Formen bestimmt ihre Malerei, währen es bei mir immer strenge Formen waren, die sich aus ungemischten, reinen Farben zusammensetzten. Die Fläche war klar definiert und wurde nicht aufgelöst. Freunde, aber auch Besucher unserer Ausstellungen haben uns immer wieder gesagt, dass Christas Werke Bilder für das Wohnzimmer seien, während meine Bilder eher in das Arbeitszimmer passen würden.

Wir sind diesen Weg gedanklich weitergegangen und kamen auf die Vermutung, dass jeder von uns Bilder seinem Geschlecht entsprechend malt. Christa malt eher mit warmen und weichen Farben. Bei mir dominieren sehr klare Formen und harte Kanten. Aus dieser Überlegung ging die Internetseite www.sichtweisen.org hervor, um diese Überlegungen zu verfolgen und weiter zu entwickeln. Je mehr wir daraufhin gemeinsam gemalt haben, desto mehr sind wir vom Anderen beeinflusst worden. Im Prinzip sind jedoch diese Grunddifferenzen nach 15 Jahren immer noch da. Die Frage unseres anscheinend geschlechtsspezifischen Malens ist aber immer noch unbeantwortet und wird wohl auch immer unbeantwortet bleiben.

Kunstnürnberg: Hat sich aus dem Projekt Sichtweisen heraus der künstlerische Austausch mit Polen ergeben, der für das Entstehen des Trinationalen Künstlertreffens ausschlaggebend war?

Dr. Edgar Birzer:  Im Grunde, Ja! Wir waren 2009 schon in Stein als Künstler bekannt und wurden dann von unserer Freundin Frau Julia Leger, die im deutsch-polnischen Freundeskreis Stein-Puck aktiv ist, darauf angesprochen, dass im polnischen Puck internationale Künstlertreffen stattfinden. Uns war so etwas bis dahin nicht bekannt. Eines Tages war die Organisatorin der Treffen in Puck, Frau Krystyna Buczkowska, zu Gast in Stein. Von ihr haben wir viel interessantes über solche Treffen erfahren und daraufhin angefragt, ob wir auch einmal teilnehmen könnten. So sind wir 2010 zum ersten Mal nach Puck gekommen und haben am internationalen Künstlertreffen teilgenommen. Es war faszinierend Künstler aus anderen Ländern und insbesondere osteuropäischen Ländern zu treffen. Diese Künstler beim Arbeiten zu sehen war eine Bereicherung. Es wurde mit großer, malerischer Technik und hervorragender handwerklicher Ausbildung gemalt.

Hafen von Puck in Polen, Foto: Edgar Birzer
Hafen von Puck in Polen, Foto: Edgar Birzer

Wir haben mit den Künstlern in Puck zusammen gelebt, Ausflüge gemacht und haben uns präsentiert. Jeder erzählte von seiner Region, seinem sozialen Umfeld und seinem künstlerischen Werdegang, So dass ein bereichernde Austausch stattfand.

Von den polnischen, französischen, weissrussischen, bulgarischen, niederländischen, englischen und südkoreanischen Teilnehmern erfuhren wir viel über deren Länder und Gewohnheiten aus ersten Hand. Als Tourist in einem Land bekommt man selten solch einen Zugang und steht in gewisser Distanz zur Umgebung.

Kunstnürnberg: Weil man als Tourist alleine ist und nicht in eine Gemeinschaft eingebunden ist. 

Dr. Edgar Birzer:  Beim zweiten Künstlertreffen in Puck war beispielsweise eine junge Südkoreanerin vor Ort. Wir haben von ihr viel über das harte, rigide südkoreanische Bildungssystem gelernt. Man erfährt Dinge sehr ursprünglich auf der menschlichen Ebene und von konkreten Personen. Das ist sehr beeindruckend.

Man sieht die Arbeitsweise von anderen Künstlern. Wie hartnäckig oder wenig hartnäckig sie arbeiten. Die einen arbeiten sehr leger, die anderen sind akribisch dabei und schwer am Kämpfen mit ihren Werken. Das ist sehr interessant und macht den Reiz eines Künstlertreffens aus.

Kunstnürnberg: Wie kam es dann zum Künstlertreffen in Stein?

D.r Edgar Birzer: Frau Krystyna Buczkowska erzählte uns, dass es Probleme mit der Finanzierung der Künstlertreffen in Puck gäbe. Sie hat ihre Künstlertreffen ausschließlich über Sponsoren finanziert, die jedoch nun nur noch wenig Geld zur Verfügung stellen wollten.

Daraufhin habe ich ihr versprochen zu prüfen, ob man bei uns in der Region Sponsoren finden könnte. Ich besuchte den Bürgermeister von Stein, Kurt Krömer und berichtete ihm von den Künstlertreffen in Puck und den fehlenden Geldern.

Er hat mir daraufhin sehr schnell den Zahn gezogen und mir gesagt, er halte es für extrem unwahrscheinlich das Steiner Unternehmen ein Treffen im fernen Puck finanzieren würden. Allerdings fand sich in dem Gespräche eine Alternative: Die Durchführung eines Künstlertreffens in Stein im jährlichen Wechsel mit Puck. Das war die Geburtsstunde des  Trinationalen Künstlertreffens in Stein.

Wir haben uns auf die Sache eingelassen und auch Krystyna Buczkowska in den Prozess eingebunden. Sie hatte keine Probleme damit, das Künstlertreffen im jährlichen Wechsel zwischen Stein und Puck stattfinden zu lassen. 2012 fand schließlich das erste Trinationale Künstlertreffen in Stein statt.

Kunstnürnberg: Warum ist das Treffen trinational?

Dr. Edgar Birzer:  Im Unterschied zu Puck ist es in Stein trinational, weil es in Stein in Verbindung mit den Partnerstädten durchgeführt wird. Und Stein hat neben Puck auch eine Partnerschaft mit Guéret in Frankreich.

Auch mit Frankreich besteht ein künstlerischer Austausch. Im Mai waren Christa John und ich in Guéret, um eine Ausstellung zu machen. Wir haben in dem französischen Städtchen eine Reihe von Künstlerfreunden, die wiederum in Stein ausgestellt haben.

Umland von Gueret, Frankreich; Foto: Edgar Birzer
Umland von Gueret, Frankreich; Foto: Edgar Birzer

Der Hintergrund der Überlegung das Trinationale Künstlertreffen trinational durchzuführen, war auch die Finanzierung. Wir finanzieren die Treffen nicht nur über Sponsoren, sondern auch über die Stiftung für Deutsch-Polnische Zusammenarbeit und über den Bezirk Mittelfranken. Die finanziellen Mittel des Bezirks Mittelfranken standen uns nur unter der Bedingung eines Trinationalen Künstlertreffens zur Verfügung.

Kunstnürnberg: Sie waren bei der Suche von Sponsoren erfolgreich. Welche Sponsoren tragen 2014 in Stein zu Gelingen der Veranstaltung bei?

Dr. Edgar Birzer: Zum Beispiel die Faber Castell Akademie. Sie ist ein Teilbereich des Unternehmens Faber Castell und hat ihren Sitz in Stein. Die Akademie ist Ausbildungsstätte für künstlerische Techniken. Sie hat es jetzt vor kurzem auch geschafft ein 7- semestriges Bachelor-Studium „Grafik.Design“ anbieten zu können.

Und es gibt seit Anfang dieses Jahres eine neue Institutsleitung, Prof. Uli Rothfuss, der uns unterstütze, indem er die Räumlichkeiten der Faber Castell Akademie kostenlos für das Trinationale Künstlertreffen 2014 zu Verfügung stellte. Die Akademie befindet sich unten an der Rednitzbrücke und hat wunderschöne, weite und hohe Räume, die zum Arbeiten einladen. Das Haus war ursprünglich ein altes Industriegebäude.

Heute fallen seine bunten Fenster auf. Beim Trinationalen Künstlertreffen 2012 musste wir noch Räumlichkeiten zum Arbeiten anmieten, was sehr ins Geld ging. Zudem werden wir vom Kommunalbetrieb Stein finanziell unterstützt. 

Kunstnürnberg: 2014 feiert Stein zehnjährige Städtepartnerschaft mit Puck. Wie äußert sich dies im Trinationalen Künstlertreffen?

Dr. Edgar Birzer: Wir haben heuer einen deutlichen Schwerpunkt auf die Teilnahme polnischer Künstler gelegt. Es sind dieses Jahr mehr polnische Teilnehmer als 2012 dabei.

Von insgesamt 10 Künstlern kommen 5 aus Polen, eine Teilnehmerin mit deutscher Nationalität ist geborene Polin. Zudem werde ich heuer in der Vorbereitung des kulturellen Teils des Programms durch den Freundeskreis Stein-Puck, den deutsch-polnischen Städtepartnerschaftsverein, besonders unterstützt.

Wegweiser zu den Partnerstädten von Stein, Foto: Edgar Birzer
Wegweiser zu den Partnerstädten von Stein, Foto: Edgar Birzer

Kunstnürnberg: Welche Künstler nehmen am Trinationalen Künstlertreffen 2014 in Stein teil?

Dr. Edgar Birzer: Das Trinationale Künstlertreffen läuft auch unter dem Gesichtspunkt der Städtepartnerschaft und der regionalen Begegnung ab. Also der Völkerbegegnung bzw. der regionalen Begegnung. Man muss also überlegen, nimmt man jemanden dazu, der aus der Partnerschaftsstadt oder -Region stammt, aber möglicherweise nicht sehr künstlerisch hochwertig malt.

Oder nimmt man jemanden dazu, der nicht aus der Region ist, aber künstlerisch absolut hochwertig arbeitet. Und genau dies ist eine gewisse Gratwanderung. Aber ich denke, wir haben dieses Jahr auch unter Beachtung der Regionalität sehr hochwertige Künstler für die Teilnahme gewonnen.

Zwei Teilnehmerinnen sind direkt aus der Partnerstadt Puck. Es sind zum einen die bereits erwähnte Künstlerin Krystyna Buczkowska, die die Treffen auf polnischer Seite organisiert hat. Ihre Bilder haben etwas mystisches. Aus ihren Bildern spricht für mich die slawische Seele.

Zum andern die Künstlerin Kama Kuik. Sie zeichnet sehr lebendige Portraits. Es gibt also nicht nur Maler, sondern es wird auch gezeichnet. 2012 hatten wir einen Graphiker und einen Fotografen dabei. 2014 sollte jemand mit Multimedia-Arbeiten teilnehmen, doch hat sich dies leider nicht realisieren lassen.

Ich finde es interessant einen Sidekick zu haben, um Vielfalt zu erreichen und um den Besuchern der Vernissage auch Nachbarbereiche der Malerei zu präsentieren.

Aus Torun kommt das Ehepaar Maria und Andrzej Guttfeld. Sie ist Designerin und Grafikerin, er Professor an der Fakultät der Schönen Künste der Uniwersytet Mikołaja Kopernika in Torun ist.

Ich bin von seiner Malweise fasziniert. Beide sind sehr gute Künstler, die ich zuletzt vor drei Jahren in Puck gesehen habe. Es freut mich wieder mit ihnen zusammen Arbeiten zu können.

Als letzter polnischer Teilnehmer kam nun noch Jarosław Szarabajko hinzu. Er ist Ingenieur und Architekt und kam während seines Studiums zum Malen.

Aus dem französischen Guéret kommt die Künstlerin Odile Thienpont. Aus Nizza kommt Jean-Claude Vincent. Der 2. französische Teilnehmer ist emeritierter Professor für Textildesign. Er macht sehr eigenwillige Collagen mit individuellem Charakter, die von ihrer Art her sehr tiefgründig sind.

Deutschland ist vertreten durch Alexandra Dabrowski, eine gebürtige Polin mit deutscher Staatsangehörigkeit. Sie bereichert das Treffen mit einer erfrischenden Malerei und kann hervorragend ins Polnische übersetzen. Außerdem nehmen meine Frau Christa John und ich teil.

Kunstnürnberg: Gab es bestimmte Kriterien für die Auswahl der Künstler oder was es eher schwierig genügend Teilnehmer zu gewinnen?

Dr. Edgar Birzer: Aus Frankreich war es eher schwierig Teilnehmer zu finden. Aus Polen dagegen musste ich auch Künstlern, die ich sehr schätze, absagen. Man nimmt die Leute nicht nur als Künstler war, sondern vor allem als Menschen.

Wenn man dann sagen muss, du kannst nicht nach Stein kommen, ist das eine unangenehme Seite der Organisierung.

Kunstnürnberg: Wie sieht das Programm des Trinationalen Künstlertreffen 2014 in Stein aus? In der Akademie wird gemalt. Aber es werden auch Sightseeing Touren durchgeführt und ein Ausflug ins Schwimmbad Palm Beach.

Dr. Edgar Birzer: Ja, denn es geht auch darum den Künstlern etwas aus der Region zu vermitteln. Auch Einwohner der Region sollen die besuchenden Künstler kennenlernen.

Deshalb wird das Treffen auch durch die beiden Partnerschaftsvereine – dem Freundeskreis Stein-Puck und dem Deutsch-Französischen Freundeskreis – begleitet. Sie werden am Sonntagsausflug teilnehmen. So ist das Kennenlernen von mehr Leuten aus unserer Region gegeben.

Das Programm des Treffens lässt sich in drei Bereiche aufteilen:

  • Wohnen: Alle auswärtigen Teilnehmer sind im Frauenwerk in Stein untergebracht und werden dort verpflegt. Frühstück, Mittagessen und Abendessen finden im gemeinsamen Kreis statt. Im Tagungsraum wird es an drei Abenden Präsentationen geben. Die Künstler werden hier ihre Länder und ihre Region vorstellen, etwas zu ihrer Arbeitsweise und künstlerischen Biographie erzählen sowie zu ihrem sozialen Hintergrund und ihrer Ausbildung.
Frauenwerk in Stein, Foto: Edgar Birzer
Frauenwerk in Stein, Foto: Edgar Birzer
  • Arbeiten: Die Faber Castell Akademie ist der Ort an dem gemalt und gearbeitet wird.
Faber Castell Akademie, Foto: Edgar Birzer
Faber Castell Akademie, Foto: Edgar Birzer
  • Politik und Kultur: Wir werden z. B. vom fränkischen Bezirkstagspräsidenten in Ansbach empfangen. Das heißt, wir werden an einem Tag nach Ansbach zum Empfang fahren und am Nachmittag an einer Stadtführung in Ansbach teilnehmen. Die Künstler können so mehr über die Region erfahren. Ein weiterer Tag wird auch in Nürnberg mit einer Stadtführung verbracht werden. Wir werden außerdem Ausstellungen besuchen, wobei noch nicht geklärt ist, welche genau. Eventuell gehen wir in das Germanische Nationalmuseum und besuchen die Ausstellung „Wege in die Moderne“. Oder wir besuchen die Picasso-Ausstellung in Amberg. 2012 haben wir auch Nürnberg besucht und waren in der Ausstellung zum jungen Dürer im GMN und im Neuen Museum Nürnberg, wo ja bereits Jeppe Heins Wasserinstallation aufgestellt war. Und auch an Wellness wird gedacht: Ein Teil der Teilnehmer wird sicherlich einen Nachmittag im PalmBeach verbringen, der wahrscheinlich kleinere Teil der Gruppe wird mit mir zu den Boule-Freunden des DFFK Stein gehen und mit ihnen Boule zu spielen.

Kunstnürnberg: Wenn man etwas regionale Kunst sehen möchte, könnte man sich auch die Ausstellung des Kunstpreis der Nürnberger Nachrichten im Kunsthaus anschauen.

Dr. Edgar Birzer: Ja, diese Idee hatten wir auch schon. Dies hätte den Vorteil, dass wir aktuelle und bedeutende Kunst aus Nürnberg und dem Umland kennenlernen könnten. In der Kunstvilla, dessen Gebäude wunderschön ist, waren wir neulich auch ebenfalls.

Kunstnürnberg: Wie haben außenstehende Kunstinteressierte und gerade Kunststudenten die Möglichkeit mit den Teilnehmern in Kontakt zu treten?

Dr. Edgar Birzer: Ich bin noch am überlegen, ob wir einen Besuchstag in der Faber Castell Akademie veranstalten werden.

Das muss aber noch mit der Akademie abgeklärt werden. Dies würde ich rechtzeitig auf der Internetseite ankündigen. Was nur in kleinem Umfang möglich ist, wäre eine Teilnahme an den Präsentationsabenden der Künstler. Doch das müsste vorher mit mir per Email abgesprochen werden.

Kunstnürnberg: Aufgabe der Künstler ist es, in der Woche während des Aufenthalts drei Bilder zu malen. Eines der drei Bilder wird der Stadt Stein überlassen. Eines der drei Bilder soll definitiv in Stein bleiben

Dr. Edgar Birzer: Eines der drei Bilder jedes Künstlers geht an die Bürgerstiftung Stein. Das heißt, wir versuchen die Bilder auf einer Versteigerung zu veräußern. Den Ertrag der Versteigerung stellen wir der Bürgerstiftung zur Verfügung. Das Ersteigern der Bilder ist während der Vernissage und in der nachfolgenden Ausstellung möglich.

Kunstnürnberg: Nach welchen Kriterien wird entschieden?

Dr. Edgar Birzer: Die Überlegung ist, dass die besten Bilder in Stein verbleiben. Der Künstler soll ja nicht das beste Werk mit nach Hause nehmen und qualitativ schlechtere in Stein lassen. Ich bin da relativ „diktatorisch“ und entscheide welches Bild jeweils in Stein verbleibt.

Kunstnürnberg: Vor der Versteigerung findet aber noch eine Vernissage statt, in der die Besucher die Werke betrachten können.

Dr. Edgar Birzer: Die Vernissage ist am Freitag, den 12. September und beginnt um 18:00 Uhr. Es werden hier alle Werke ausgestellt, die während der Woche des Künstlertreffens in Stein entstanden sind. Die Vernissage findet im Steiner Rathaus, in der Steiner Hauptstraße 56, statt.

Alle Werke, mit Ausnahme der Bilder für die Bürgerstiftung, sind dort auch käuflich zu erwerben. Der Erwerb geht zugunsten des jeweiligen Künstlers.

Die von mir für die Bürgerstiftung Stein ausgewählten besten Werke werden jedoch nicht sofort versteigert, sondern verbleiben bis zum 10.10. im Steiner Rathaus, wo sie in einer Ausstellung besichtig und per verdecktem Gebot ersteigert werden können. Dort kann man auch sein Gebot für bestimmte Bilder abgeben.

Die anderen Bilder werden nur am Abend der Vernissage zu sehen sein und reisen, falls sie nicht verkauft worden sind, mit den Künstlern in die entsprechende Heimat.

Kunstnürnberg: Was erhoffen Sie sich für die Stadt Stein und die Künstler nach dem Ende des Treffens als Ergebnis?

Dr. Edgar Birzer: Für die Künstler wünsche ich mir, dass wieder ein Stück Kunstvermittlung erreicht wird und Menschen von der Malerei und dem Zeichnen beeindruckt werden. Mehr Leute sollen ein Verständnis für die Ästhetik von Kunst bekommen. Vom Menschlichen her, soll Polen und Frankreich wieder ein kleines Stück näher kommen.

Für Stein wünsche ich mir wieder ein gelungenes Kunstereignis mit hoffentlich noch größeren Besucherzahlen als 2012. Bereits die Vernissage des 1. Trinationalen Künstlertreffens im Jahre 2012 war schon recht gut besucht.

Kunstnürnberg: Gibt es in der Region vergleichbare Projekte?

Dr. Edgar Birzer: Es existieren keine vergleichbaren Projekte. Es gibt sicherlich einige Ausstellungen in Rathaus, jedoch besteht in Stein ein Bedarf nach mehr Ausstellungen und auch mehr Ausstellungsflächen.

Hier muss sich in Stein noch etwas ändern. Doch seit der letzten Kommunalwahl hat Stein mit Frau Agnes Meier eine sehr engagierte Kulturreferentin und der 1. Steiner Bürgermeister, Kurt Krömer, ist sehr interessiert an künstlerischen Aktivitäten. Deshalb hoffe ich, dass sich in Stein in Zukunft mehr Bildende Kunst etabliert.

Kunstnürnberg: Für diesen Fall ist Euer Projekt genau der richtige Weg, um den Steinern vor Augen zu führen, dass es in ihrer Stadt an Ausstellungsflächen mangelt.  Gerade wenn mehr Besucher kommen.

Dr. Edgar Birzer: Das ist richtig.

Kunstnürnberg: Was ist Ihr nächstes Projekt nach dem Trinationalen Künstlertreffen 2014?  

Dr. Edgar Birzer: Ich möchte einige Fotografen suchen, die ein ähnliches Verständnis von Fotografie haben wie ich. Nämlich von der abstrakten Fotografie. Es wäre schön, wenn man sich in einer kleineren Gruppe zusammenfinden könnte, um eventuell zusammen auszustellen. Das andere Thema wäre meine Apple Mac-Sammlung.

Der Fundus von über 100 Apple Macintosh Rechnern aus den Jahren 1984 bis 2004 ist recht beachtlich, hat aber keine Öffentlichkeit. Hierfür möchte ich nach Ausstellungsmöglichkeiten suchen.

Kunstnürnberg: Kunstnürnberg bedankt sich im Namen aller Leser für das ausführliche Interview.

Dr. Edgar Birzer: Ich habe mich zu bedanken. Es war eine tolle Möglichkeit vom Trinationalen Künstlertreffen 2014 in Stein erzählen zu dürfen und ich freue mich auf die Veröffentlichung des Interviews auf Kunstnürnberg.

Das Interview wurde am 06.08. in Stein bei Nürnberg geführt.

3 KOMMENTARE

  1. Vielfach wurde mir die Frage gestellt, ob es möglich sei den Künstlern mal vor Ort über die Schulter schauen zu können, sie beim Entstehen eines Kunstwerkes zu beobachten. Mit ihnen ins Gespräch zu kommen und Fragen stellen können über den kreativen Prozeß war ein großes Anliegen vieler Interessierter.
    Ich habe dies mit dem Hausherrn unserer Arbeitstätte, Hr. Prof. Rothfuss von der Academie Faber Castell, erörtert. Er hat zu unserer Freude zugestimmt die Räume der AFC zu bestimmten Zeiten für die Öffentlichkeit freizugeben. Ich werde mich meinerseits noch bemühen einige Sprachgewaltige zu finden, die uns mit Übersetzungen zur Seite stehen.

    Wir, die Künstler des 2. TKT 2014 in Stein, heißen Sie bereits heute willkommen zum „Offenen Atelier“ in der Akademie Faber Castell am Sa., 6.9.14 von 11-13:00 Uhr und von 14-16:00 Uhr.

  2. Wunderbar, dass dies geklappt hat! Ich wünsche Euch viel Erfolg bei der Veranstaltung und der ganzen Woche!

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