BANDastisch Torpedo

BANDastisch – Und weiter geht es mit unserer brandneuen Musik-Serie über Bands aus der Region. Im zweiten Teil stellen sich die Jungs von Torpëdo vor.

1. Zunächst die übliche Frage: Stellt Eure Bandmitglieder mal einzeln vor: Name, Alter, Beruf.

Wir sind:
Danny Keck, 27 Jahre, Radio-Moderator, Bassist 
Florian Fait, 24 Jahre, Student, Sänger und Gitarrist
Philip „Srešý“, 29 Jahre, Doktorand, Schlagzeuger
Alex „Starbreaker“, 29 Jahre, Elektroingenieur, Gitarrist

2. Jetzt zu Eurer Band: Wie ist der Bandname Torpëdo entstanden und was bedeutet er? Wer hat die Band gegründet und wann? Woher kennt Ihr Euch?

Den Namen Torpëdo hat im Grunde unser Alex mitgebracht: Der hatte vor mehr als zehn Jahren ein Projekt mit einem Kumpel geplant und sich den Namen reservieren lassen. Die Doppelpunkte auf dem „e“ sind übrigens schnell erklärt: Es gibt schon eine Metal-Band, die Torpedo heißt, und da wollten wir uns natürlich abheben. Außerdem schaut’s cool aus und über dem O ist es schon etwas ausgelutscht (Blue Öyster Cult, Motörhead, Mötley Crüe etc.). 😉

Wir kannten uns vom Sehen her aus dem Bela Lugosi bzw. dem New Force in Erlangen und von diversen Konzerten – wo man sich halt so trifft, wenn man die gleiche Musik hört. Eines Tages vor etwa zwei Jahren – ok, es war spätnachts im Bela – hat es sich ergeben, dass wir alle vier zusammen an einem Tisch saßen, nicht mehr so wirklich nüchtern, und beschlossen: „Wir müssen `ne Band starten.“ Hauptinitiator war da der Phil. Tja, das war im August oder September 2018. 

3. Welche Art von Musik macht Ihr? Wie beschreibt Ihr Euren Musikstil?

Eindeutige und schnelle Antwort: Speed Metal.
Etwas ausführlicher: schnellerer klassischer Heavy Metal nach dem Vorbild der NWOBHM (New Wave Of British Heavy Metal)

BANDastisch Torpedo
Torpëdo live beim Metal Asault in Würzburg.

4. Um was geht es in Euren Songs? Wie entstehen neue Lieder bei euch und wer schreibt und komponiert sie?

Die Songs entstehen komplett in Teamwork im Proberaum. Kann schon sein, dass einer von uns mal eine Idee oder ein Riff mitbringt, aber der Aufbau passiert dann durch alle.
Erst ist übrigens immer die Musik da. Flo singt meist erst mal ein undefinierbares Kauderwelsch drauf. Die richtigen Texte schreiben dann Danny und Alex.

Danny schaut vor allem, dass es cool klingt – Sinn muss das nicht immer ergeben. „Sons of Evil“ zum Beispiel war ursprünglich nur ein Platzhalter, aus dem dann aber ein Stück über zwei Kumpels wurde (wir nennen sie an dieser Stelle gerne: Yazan und Zenkel).

Ein anderes Lied ist angelehnt an einen Massenmörder, wieder ein anderes inspiriert vom ersten Terminator-Film. „Victim of Desire“ handelt von einem Succubus, einem weiblichen Dämon, der den Männern die Lebenskraft aussaugt. Klaus Kinski hat uns auch inspiriert – auch ihm wurde ein Song gewidmet, außerdem ist er auf dem Cover unseres Demo Re-Releases zu sehen. Einmal hat Danny auch einfach nur coole Wörter aneinandergereiht. Wir haben da keine Limits – außer, dass wir keine politischen Texte (in keine Richtung) machen.

Ein anderes Lied ist angelehnt an einen Massenmörder, wieder ein anderes inspiriert vom ersten Terminator-Film. „Victim of Desire“ handelt von einem Succubus, einem weiblichen Dämon, der den Männern die Lebenskraft aussaugt. Klaus Kinski hat uns auch inspiriert – auch ihm wurde ein Song gewidmet, außerdem ist er auf dem Cover unseres Demo Re-Releases zu sehen. Einmal hat Danny auch einfach nur coole Wörter aneinandergereiht. Wir haben da keine Limits – außer, dass wir keine politischen Texte (in keine Richtung) machen.

5. Warum singt Ihr Englisch?

Das Meiste im Heavy Metal ist einfach auf Englisch. Der Heavy Metal stammt (hauptsächlich) aus England und außerdem kann man dadurch unsere Texte praktisch überall auf der Welt verstehen.

6. Von wem werdet Ihr inspiriert?

Wer uns bei den Texten inspiriert, sprich Personen oder Filme, haben wir ja schon verraten. Unsere Musik, rein instrumental betrachtet, ist das Ergebnis unserer favorisierten Stilrichtungen. Bands wie Motörhead, Iron Maiden, Judas Priest, Metallica, Raven, Tank sind da unbedingt Vorbilder.

7. Habt Ihr bereits Veröffentlichungen?

Ja, wir haben 2019 in Eigenproduktion ein Demo auf CD und Kassette mit unseren ersten sechs Songs herausgebracht, welches im Februar dieses Jahres von dem italienischen Plattenlabel „Gates Of Hell“, bei dem wir unter Vertrag sind, auf Vinyl und CD sowie zudem von dem griechischen Label „Heathen Tribes“ nun im Juni auch auf Kassette re-releast wurde.

BANDastisch, Torpedö - Mechanic Tyrants
Torpëdo – Mechanic Tyrants

Eigentlich hätte jetzt im Sommer unser erstes Album aufgenommen werden sollen – aber auch uns hat’s natürlich mit Corona getroffen. Wir sind zwar schon fleißig am Werkeln, aber es wird vermutlich erst 2021 rauskommen. Aber zur Überbrückung haben wir ein Sahnehäubchen: Wir haben anlässlich eines Stream-Konzertes sieben Songs live eingespielt und davon wird es bald 100-200 limitierte Kassetten geben (direkt bei uns oder online).

8. Was war Euer bisher größter/geilster/einprägsamster/kuriosester Gig?

Das Metal Assault in der Posthalle in Würzburg war schon fett. Seit Jahren sind wir da selbst hin als Fans vieler Bands – und dann haben wir da selber gespielt.

Unser erster Gig war übrigens im Kunstverein – war auch geil! Komplett voll und die Leute gingen total ab! (Phil hat den organisiert. Wir haben für zwei griechische Thrash-Metal-Bands eröffnet.)

Und auf ner Hochzeit haben wir auch gespielt: Das Pärchen haben wir im Bela kennengelernt. Sie haben einen Flyer von uns genommen und uns vom Fleck weg engagiert, ohne dass sie uns vorher gehört haben…
Zu nennen wäre noch ein Open-Air-Gig im südböhmischen Písek, wo wir spontan als letztes einen Überraschungsgig gespielt haben, natürlich alle total besoffen abgegangen sind, wobei zwei Kumpels es vollbracht haben, aufs Gerüst der Bühne direkt über uns zu klettern.

BANDastisch Torpedo
Hochzeit mit Metal – warum nicht?

9. Wie lautet die Schlagzeile in der Boulevard-Presse nach Eurem nächsten Auftritt?

Zu viel Pulver im Torpedo

10. Wo seht Ihr Euch mit Torpëdo in einem Jahr? Und in fünf? Was sind Eure Ziele und Visionen?

In einem Jahr ist unser Album draußen und wir klappern alle kleineren Festivals ab, wo wir sonst selbst als Zuschauer waren. J Und in fünf Jahren… Ach, ein wirkliches Ziel haben wir eigentlich nicht, wir machen das, so lange wir Bock haben und das ist hoffentlich noch ziemlich lang. Wir sind da realistisch: Wir werden mit unserer Musik nicht die fette Kohle machen. Cool wäre aber – wenn wir so drüber nachdenken – auf Europa-Tour zu gehen. Mit dem eigenen Privatjet. Oder, nein Halt: natürlich mit dem U-Boot. Ab in die Pegnitz und los geht’s! 😉 Und dann noch ein Unter-Wasser-Konzert spielen. Und ein Video drehen im Original „Das Boot“ in den Bavaria Filmstudios.

11. Wenn Ihr was zu sagen hättet: Was würdet Ihr in Nürnberg ändern für die Musikszene? Wo gibt es dringenden Verbesserungsbedarf, um die Rahmenbedingungen zu verbessern?

Im Prinzip gibt es in Nürnberg nur zwei Anlaufstellen für Leute, die die gleiche Musik hören wie wir: das Bela Lugosi und das Brown Sugar. Vielleicht noch das New Force oder das Backstage in Erlangen. Das Black Hole sowie den Wilderer gibt es leider nicht mehr. An Bars könnte es schon mehr geben, vor allem Live-Musik in solchen, und ruhig in allen möglichen Genres. Schwierig ist auch immer das Thema Proberäume für Bands – wobei es in Nürnberg vermutlich wieder besser geworden ist. 2014 war‘s ziemlich beschissen.

12. Zuletzt Euer Tipp: Welche regionale Band – außer Torpëdo – muss man unbedingt gehört haben?

Powertryp und Absorb (aus Erlangen), Mighty Dragonlords (wer auf klischeehaften Fantasy-Synthesizer-Power-Metal steht), Hellish Crossfire, Goath, Deathronation, Total Hate, Repent, Delirium Tremens, Paxtilence

Torpëdo im Netz


Von Claudia Wunder

Waschechte Nürnbergerin, Clubberin, Läuferin, Journalistin - und musikverrückt. 1972 geboren haben sie musikalisch die sagenumwobenen 80er Jahre geprägt mit Bands wie Metallica, Motörhead, Iron Maiden, Judas Priest oder Slayer. Geändert hat sich der Musikgeschmack seitdem nicht mehr nennenswert, Hardcore und Metalcore kamen hinzu, eben alles was schnell, laut und hart ist. Motto: Ein Leben ohne den Club und Musik könnte möglich sein - wäre aber sinnlos!

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