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Z O F F im Schloss Oberschwappach

6. September 2020 bis 25. Oktober 2020

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Lisa Wölfel, Michael Eppler, Markus Burkard, Minor Alexander

Lisa Wölfel, Schneckenkarussel, 2019, Öl auf Leinwand, 160x150 cm
Lisa Wölfel, Schneckenkarussel, 2019, Öl auf Leinwand, 160×150 cm

Corona – 2020 – Veranstaltungsverbot – Mundschutz – Besucher- begrenzung – Abstandsregelungen – Ansteckungsgefahr – Hygiene- regelungen – sind Dinge oder Begriffe, die das Leben in den letzten Monaten bestimmt haben.

Im Schloss Oberschwappach herrschte der erzwungene Dornröschenschlaf, bis jetzt endlich ZOFF kommt und mit seinen K(uss)nstwerken die schlafende, barocke Prinzessin zu neuem Leben erweckt. Es drängt sich mir der Gedanke auf, dass dieser Moment im Schloss Oberschwappach als Synonym für ein Kunstgeschehen unserer Zeit stehen kann.

Immer wieder wird von der Kunst oder den Künstlern verlangt, die Welt, zumindest die Kunstwelt neu zu erfinden. Das geschah immer und auch heute mit ZOFF.

Michael Eppler, Oliver Kahn im Roggenfeld II, 2020, 30x20 cm, Tusche auf Papier
Michael Eppler, Oliver Kahn im Roggenfeld II, 2020, 30×20 cm, Tusche auf Papier

Michael Eppler aus Waiblingen jetzt Leipzig, ein Künstler der Vierergruppe dieser Ausstellung, formuliert das künstlerisch mit seinen „Schaumschlägerbildern“. Er kommentiert dies selbst mit dem Satz, einen „fragwürdigen Pathos der Malerei mit Haushaltsmitteln zu brechen“ und er schlägt gefärbten Seifenschaum wie Thesen auf die Leinwand. 

Lisa Wölfel aus Haßfurt jetzt Leipzig, fängt die ewige Veränderung, den Fluss allen Wandelns in ihren Momenten einer Gegenwart ein, die sich auf das vergangene „Nicht-mehr“ stützt und mit den Flügeln des „Noch-nicht“ sich in ungeahnte Höhen zu erheben scheint. Der Augenblick wird malerisch diffus eingefangen und lässt nicht zu, dass ein Betrachter sich niederlässt in einer illusionierten Sicherheit des perfekten Momentes.

Minor Alexander, Rhodolith 02, Mischtechnik, 2019, 94 x 80 cm
Minor Alexander, Rhodolith 02, Mischtechnik, 2019, 94 x 80 cm

Spuren hinterlässt Minor Alexander aus der Ukraine jetzt Berlin, an allen erdenklichen Orten seines Da-gewesen-seins. Im Hotelzimmer z.B., an Orten, die sich weit weg von den Tempeln der Kunst befinden, also eher Orte des Alltages sind als des erhabenen Momentes.

Eine Demokratisierung in der Kunst, die einem konsequenten Denken und dessen Umsetzung entspringt. Die Einfühlung in Formen der Natur drückt sich in den im Schloss ausgestellten Werken aus. Nicht Naturnachahmung, vielmehr künstlerische Interpretation der Gefühle aus einer Begegnung mit den unscheinbaren Dingen aus der Natur. Eine Herausforderung an die Kunst, der sich der Künstler stellt, die, wie ich glaube, die heutige wie morgige Kunstwelt prägen wird.

Markus Burkard, kfc, Öl auf Leinwand, 140x115 cm, 2019
Markus Burkard, kfc, Öl auf Leinwand, 140×115 cm, 2019

Dazu kommen die poppig bunten, kraftvoll leuchtenden zwei und dreidimensionalen Arbeiten von Markus Burkard aus Nürnberg. Er weiß, dass Abstraktionen nicht der größtmögliche Gegenpol zur Wirklichkeit sind, wie das Kandinsky von seinen Arbeiten glaubte, sondern dass sie ein recht konkretes Bild sind aller erdenklichen menschlichen Stimmungen, Erregungen und Träume. Mit Herz inszeniert, mit Leichtigkeit gemalt, mit Zartheit unterlegt sind seine organischen Formen voller Vitalität, mit Aktion und Bewegung gemischt.

Vier Künstler, die heute in Leipzig, Berlin und Nürnberg arbeiten und leben, unter dem Ausstellungstitel ZOFF auf der Suche nach einer neuen Welt, einer verlorenen Welt, ihrer Welt, die sie als klare Formulierung in die Kunstwelt werfen, um einen Diskurs, eine Konfrontation, eine neue Aufgeschlossenheit zu provozieren, die Veränderung als Notwendigkeit allen zukünftigen Lebens beschwört. Kann Kunst das leisten? Ja möchte ich rufen, sie kann es und sie muss es immer wieder neu versuchen, mit ZOFF im Gepäck.

Kunst schreibt stets eine neue Schöpfungsgeschichte, gezwungener- maßen möchte ich schreiben und wenn sie es nicht tut, verliert
sie ihre Seele und ihre Freiheit und irgendwie auch unsere Freiheit und Seele.

Freuen Sie sich mit uns auf diese Ausstellung in den ehrwürdigen Räumen des Schlosses in Oberschwappach, gerade in einer Zeit der erlebten Entschleunigung und der wieder gegebenen Zeit
der Konzentration auf vielleicht Wesentliches in unserem Leben. Und ZOFFen Sie mit auf der Suche nach einer vielleicht noch nicht verlorenen Zukunft. (Text: Egon A. Stumpf)

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Lisa Wölfel

Lisa Wölfel, Bildfenster 1
Lisa Wölfel, Bildfenster 1

Für mich muss ein gutes Bild kurz vorm Platzen sein, ohne ganz zu explodieren. Es muss Lust auf mehr machen, das Fass bis kurz vor‘s Überlaufen brin- gen. Es darf nervig sein, kitzeln, ärgern. Es darf auch niedlich sein, anschmiegsam, eklig und plakativ. Wenn das Bild erfüllt, was mein Sehen erwartet, wenn es mich selbst beim Wieder-Hinsehen überraschen kann, ist es fertig.

Ich strapaziere meine Bilder physisch, wie inhaltlich: lade sie auf, schmeiße wieder raus, entleere sie und füge wieder hinzu: bis ich in meinem Empfinden an einen Punkt komme, an dem das Bild transportiert was ich, ganz egoistisch, will. Für große Bildentscheidungen brauche ich Zeit oder
verkneife sie mir sogar, solange bis ich mir sicher bin. Das ist, wie den Niesreiz zu unterdrücken.

Dann geht es schnell.

http://www.lisa-woelfel.de

Instagram

Lisa Wölfel, Betüddeln, 180x140 cm, Öl auf Leinwand, 2018
Lisa Wölfel, Betüddeln, 180×140 cm, Öl auf Leinwand, 2018
Lisa Wölfel: Zwischenzeit, 2020, Mischtechnik auf Leinwand, 150x125 cm
Lisa Wölfel: Zwischenzeit, 2020, Mischtechnik auf Leinwand, 150×125 cm

Michael Eppler

Michael Eppler, komissarsex, 2020, 60x50 cm, Öl auf Leinwand
Michael Eppler, komissarsex, 2020, 60×50 cm, Öl auf Leinwand

Der Ausgangspunkt meiner Arbeit ist mein Humor.
Ich steige in ein Thema ein, wie in eine Straßenbahn und fahre einige Stationen. So entstehen Bilderserien und sogar Zeit für Virtuosität.

Wenn ich aus einem Thema aussteige hat sich meine Umwelt verändert.
Ich war als temporärer Fachmann unterwegs, der mit veränderter Perspektive zurück kommt.

Retrospektiv selektiere und bewerte ich, was die Serie ausgespuckt hat und was an ihren Rändern passiert ist. Im besten Fall sind sogar einige Bilder dabei die als universell zugängliche Malerei durchgehen, die auch ohne den doppelten Boden ihrer Konzeption verstanden werden können.

http://michael-eppler.de

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Michael Eppler, Lauchbild, 2019, Schaumfarbe, 125x100x7 cm
Michael Eppler, Lauchbild, 2019, Schaumfarbe, 125x100x7 cm

Minor Alexander

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Alexander Minor, Sprung über die Natur 01
Alexander Minor, Sprung über die Natur 01
Minor Alexander, nigrum aurum, 94x80 cm, Mischtechnik
Minor Alexander, nigrum aurum, 94×80 cm, Mischtechnik

Markus Burkard

Markus Burkard, kfc, Öl auf Leinwand, 140x115 cm, 2019
Markus Burkard, kfc, Öl auf Leinwand, 140×115 cm, 2019

Mit ihrem Netz fängt die Netzhaut, das was die Traum-, Konsum- und Wunschmaschinen produzieren. Den Alptraum und das Glück, das was glitscht und was kreucht, was glitzert, tanzt und leuchtet. Was hängen bleibt, die strahlenden Fetzen und schimmernden Schlacken, buntblühend all der Abrieb.

Aus dem Myzel wächst der Pilz, der Staub, der Glitter und, die Menschen, Fleisch und Haut und Ton, Odem, Lehm und Moor, Zerfall, Verwesung und funkelnd strassglitzernd Tand und Diamanten.

All die spiegelndglänzenden Oberflächen und alles so schön bunt hier, Sahnetorte und Vanilleeis, die Gewalt und blood sweat and tears, der Schleim und Trümmer Trümmer Trümmer. Die Ketchupflecken, Fritten, Chrom und Flipfloplack.

Und ein Zeichen deutet auf Zeichen und Röhren, Code und Data und flimmernd blauschimmernd in der Tiefe der Schirm und die Bilder.

Markus Burkard, smile, Öl auf Leinwand, 100x70 cm, 2020
Markus Burkard, smile, Öl auf Leinwand, 100×70 cm, 2020

Infobox

  • Vernissage: Samstag, den 5. September 2020, um 19:30 Uhr (zweiter Einlass mit Anmeldung)
  • Ausstellungsdauer: Sonntag, 6. September – Sonntag, 25. Oktober 2020
  • Adresse: Schloss Oberschwappach, Galerie im Saal, Schlossstr. 6, 97478 Knetzgau | OT Oberschwappach
  • Öffnungszeiten: Sonn- und Feiertags 14 – 17 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung 09527/810501
  • Führungen: 6. September, 14 Uhr und 25. Oktober 2020, 16.30 Uhr
  • Coronabedingt wird um Anmeldung zur Vernissage und der ersten Führung gebeten: stumpf@galerie-im-saal.de oder unter 09527-810501
  • Schloss Oberschwappach, Schlossstr. 6, 97478 Knetzgau | OT Oberschwappach

Alle Veranstaltungen finden unter den gültigen Hygiene- und Abstandsregeln statt. Bitte denken Sie an Ihren Mundschutz.


Schlossstr. 6
Knetzgau, 97478 Deutschland