Die Installation „Pilger der Hoffnung“ der Künstlerin Kerstin Himmler ist ab sofort in der Kirche Herz Jesu in Erlangen zu sehen. Bis zum 14. Juni lädt das Kunstprojekt der KEB MittenInFranken dazu ein, Hoffnung nicht als abstrakten Begriff, sondern als sinnliche, geistige und gemeinschaftliche Erfahrung im Kirchenraum zu entdecken. Im Herbst wandert die Installation weiter nach Katzwang.
Mit ihrer Installation „Pilger der Hoffnung“ greift Kerstin Himmler ein Thema auf, das in einer Zeit globaler Krisen, gesellschaftlicher Unsicherheiten und persönlicher Umbrüche besondere Dringlichkeit besitzt: die Frage, woher Hoffnung kommt – und wie sie sichtbar, erfahrbar und teilbar werden kann. In der Kirche Herz Jesu Erlangen entfaltet die Künstlerin einen Raum der Kontemplation, der Besucherinnen und Besucher einlädt, innezuhalten und sich auf einen inneren Weg zu begeben.

Im Zentrum der Installation erscheint eine kindliche Figur in einem neongrünen Heldenkostüm, die vorsichtig über einen eisernen Steg balanciert. Die leuchtende Farbigkeit des Kostüms setzt einen kraftvollen, beinahe popkulturellen Akzent im sakralen Raum und verweist auf kindliche Vorstellungen von Mut, Rettung und Überwindung.
Zugleich wirkt das Kind nicht unverwundbar, sondern fragil: Jeder Schritt über den schmalen Steg verlangt Konzentration, Vertrauen und Balance. Vor ihm liegt eine goldene Scheibe, die wie ein Ziel, eine Sonne oder ein verheißungsvolles Zeichen der Hoffnung erscheint. Zwischen dem harten, dunklen Eisen des Stegs und dem strahlenden Gold der Scheibe entfaltet sich ein spannungsreiches Bild: Hoffnung ist hier kein sicherer Besitz, sondern ein Weg, der Mut erfordert. Die Figur verkörpert diesen Moment des Aufbruchs — verletzlich, entschlossen und getragen von der leuchtenden Kraft einer kindlichen Zuversicht.

Der Titel der Arbeit verweist auf das Motiv des Pilgerns. Pilgern bedeutet, aufzubrechen, unterwegs zu sein, sich einer Richtung anzuvertrauen, ohne den gesamten Weg bereits zu kennen. Himmlers Installation übersetzt diesen Gedanken in eine künstlerische Form, die sich nicht auf bloße Betrachtung beschränkt. Vielmehr entsteht ein Dialog zwischen Kunstwerk, Kirchenraum und Betrachter. Die Installation wird so zu einem offenen Erfahrungsraum, in dem Hoffnung als Bewegung verstanden wird: als tastende Suche, als leise Kraft, als Lichtspur inmitten einer unübersichtlichen Gegenwart.
Kerstin Himmler arbeitet sensibel mit der Atmosphäre des sakralen Ortes. Die Kirche Herz Jesu wird nicht lediglich zur Ausstellungsfläche, sondern zum Resonanzraum der Arbeit. Architektur, Licht, Materialität und geistlicher Kontext treten mit der Installation in Beziehung. Gerade dadurch gewinnt das Werk seine besondere Intensität: Es spricht nicht laut, sondern konzentriert. Es fordert nicht, sondern öffnet. Es gibt keine eindeutigen Antworten vor, sondern schafft einen Raum, in dem Fragen nach Zuversicht, Verletzlichkeit, Vertrauen und Neubeginn persönlich werden können.


Das Projekt steht im Zusammenhang mit dem Leitmotiv der Hoffnung des Heiligen Jahr 2025, das weit über den kirchlichen Kontext hinausweist. Hoffnung erscheint hier nicht als einfache Vertröstung, sondern als aktive Haltung. Sie ist etwas, das gepflegt, gesucht und immer wieder neu errungen werden muss. Himmlers Installation macht diesen Prozess erfahrbar. Wer sich auf das Werk einlässt, begegnet einer künstlerischen Form der Spiritualität, die zugleich poetisch und gegenwärtig ist.
Begleitend zur Präsentation in Herz Jesu findet am Mittwoch, 29. April 2026, um 19:00 Uhr ein Künstlerinnengespräch am Kunstwerk statt, im Anschluss an den Gottesdienst um 18:00 Uhr. Am Samstag, 9. Mai 2026, von 10:00 bis 12:00 Uhr folgt ein Familienkunstworkshop im Pfarrsaal Herz Jesu, der insbesondere Kindern und Familien einen eigenen Zugang zum Thema eröffnet. Den Abschluss der Erlanger Station bildet am Sonntag, 14. Juni 2026, von 17:00 bis 18:15 Uhr die Lesung „Hoffnungsschimmer in einer zerrissenen Welt“ in der Kirche.
Nach der Präsentation in Erlangen wird die Installation im Herbst in Katzwang zu sehen sein. Damit setzt sich der Weg des Kunstprojekts fort – ganz im Sinne seines Titels: als Pilgerbewegung der Hoffnung von Ort zu Ort.
Ausstellungsort:
Kirche Herz Jesu Erlangen
Katholischer Kirchenplatz 12
91054 Erlangen
Laufzeit in Erlangen:
bis 14. Juni 2026
Künstlerin:
Kerstin Himmler
Nächste Station:
Herbst 2026 in Katzwang



