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Immer zum Licht

Immer zum Licht. Eine Ausstellung der Nürnberger Malerin Bettina Jaenicke im Glashaus in Roth.

Eine Ausstellung der Nürnberger Malerin Bettina Jaenicke im Glashaus in Roth.

Es gibt MalerInnen, die die Natur abbilden und es gibt solche, die in ihr einen seelischen Echoraum finden. Bettina Jaenicke  gehört zweifellos zur zweiten Gruppe. 

Jaenicke, die in Nürnberg lebt und arbeitet, bewegt sich in einem Grenzgebiet, das heute selten geworden ist: dem Zwischenraum zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit. Ihre Aufmerksamkeit gilt in erster Linie der Natur und ihren Phänomenen, seien es Wasseroberflächen, Landschaften oder Wolkenhimmel. Ihre Landschaften sind als solche erkennbar und entgleiten doch dem Blick des Betrachters. Es sind eher Erinnerungen an Landschaften – unscharf und elegisch wie Schemen, die sich dem Blick entziehen. 

Die Motive werden nicht als naturgetreue Abbilder dargestellt, sondern in ihrem eigentlichen Wesen, ihrer Essenz, als fragile Zeichen. Die Natur erscheint in Jaenickes Bildern wie ein Ort, der durch den Filter des Erlebten wahrgenommen wird, so als wäre jeder Umriss, jedes Blatt und jeder Schatten ein Gedankenfragment. 

Bettina Jänicke. Teich, 120 x 140 cm, Öl auf Leinwand
Bettina Jaenicke. Teich, 120 x 140 cm, Öl auf Leinwand
Bettina Jaenicke, Süden, 135 x 94 cm, Öl auf Leinwand
Bettina Jaenicke, Stilles Wasser, 90 x 120, Öl auf Leinwand
Bettina Jaenicke, Schwere See, 90 x 120 cm, Öl auf Leinwand

Man spürt in diesen Bildern ein tiefes Vertrauen in die Sprache der Farbe. Die Pinselführung ist dabei expressiv und zugleich suchend. Der Pinselstrich soll, so die Malerin, immer als solcher erkennbar bleiben und als abstrakte eigenständige Form keiner Illusion Vorschub leisten. Ein tastendes Austarieren zwischen Nähe und Ferne, zwischen dem, was man sieht und dem, was man ahnt. Aus dieser Spannung entsteht die eigentliche Atmosphäre von Jaenickes Malerei: Ein Schwebezustand, der die Betrachter in den Bann zieht und ihnen zugleich Raum lässt. Ihre Bilder verändern wie Lichtquellen die Räume, in denen sie sich befinden.

In ihren Wasserbildern etwa, in irisierenden Seen und Teichen, in denen das Licht  tanzt, wirkt die Natur weniger als Motiv denn als Aggregatzustand des Bewusstseins. Die Welt spiegelt sich nicht in der Wasseroberfläche, sondern im Betrachter selbst. Natur wird zum Resonanzraum, zum feinen Gewebe aus Gefühl, Erinnerung und Farbe. 


Informationen zur Ausstellung

Eröffnung, 16. Januar 2026, 17:00 Uhr

GLASHAUS Roth, Münchener Straße 45, 91154 Roth

Laufzeit bis 1.3.2026

Öffnungszeiten: Sonntag von 13.00 bis 18:00 Uhr und nach Vereinbarung.

Webseite der Künstlerin: www.bettina-jaenicke.de

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