Sandra Hasenöder, Katharina Heubner, Miho Kasama und Marianne Vordermayr berichten im Interview mit Kunstnürnberg von ihrer Gemeinschaftsausstellung Holzweg: das klingt romantisch.

Sandra Hasenöder, Katharina Heubner, Miho Kasama und Marianne Vordermayr stellen in der Akademie Galerie in Nürnberg aus

Holzweg, das klingt Romantisch: v.l.n.r.: Sandra Hasenöder, Marianne Vordermayr, Katharina Heubner, Miho Kasama auf dem Holzweg, © Alexander Racz, Kunstnürnberg
Holzweg, das klingt Romantisch: v.l.n.r.: Sandra Hasenöder, Marianne Vordermayr, Katharina Heubner, Miho Kasama auf dem Holzweg, © Alexander Racz

Kunstnürnberg: Was ist das Konzept der Gruppenausstellung „Holzweg: das klingt romantisch“?

Marianne Vordermayr: Unser Gedanke war, mit den Räumlichkeiten der Akademie Galerie zu arbeiten. Wir haben schon länger darüber diskutiert, dass wir die Bespielbarkeit der Räume sehr schwierig einschätzen.

Nach vielen Überlegungen und Ideenentwicklungen sind wir zu dem Schluss gekommen eine raumgreifende Arbeit zu schaffen. Der sterilen Architektur der Galerie mit ihren Fliesen wollten wir den Werkstoff Holz entgegenstellen. Dies resultierte aus unterschiedlichen Gedankenprozessen. Zudem begeistern wir uns für das Arbeiten mit Räumen.

In der Galerie bewegt man sich über verschiedene Höhenebene, die über Stufen verbunden sind. Wir haben uns entschlossen einen Steg, der durch die Galerie leitet, einzubauen, um mit den örtlichen Höhen zu arbeiten und ihren Eindruck so zu verstärken. Das verwendete Material besteht aus Abfallholz und Dachbalken einer über 100 Jahre alten Scheune aus Oberfranken.

Kunstnürnberg: Ihr zeigt auch Videoinstallationen. Was verbindet diese mit dem Werkstoff Holz und eurem Holzweg?

Marianne Vordermayr: Da wir collagenartig mit dem Holz  im Raum arbeiten haben wir uns entschieden auch die Videoarbeit bzw. das Found Footage Material dementsprechend zu behandeln. Wir haben so versucht, eine Verbindung der verschiedenen Arbeitsprozesse herzustellen.

Kunstnürnberg: Welches Videomaterial verwendet ihr?

Marianna Vordermayr: Es handelt sich um gefundenes Material, welches lizenzfrei in Internetdatenbanken zu Verfügung steht und von uns für eine eigene Arbeit umgenutzt wurde. Man sieht Collagen aus Filmstücken, die sich auf Holzarbeit, Konstruktion und Wasser beziehen und so assoziativ auf Steg und Holz verweisen. Außerdem hat die Videoarbeit im Untergeschoss Ton, der nach oben schallt und so das Raumgefühl verändert.

Katharina Heubner: Oben hört man Versatzstücke der Tonspur, die durch die Räume wabert. Die bauliche Situation des Außenbereichs, vor der Galerie bringt eine ebensolche Geräuschkulisse mit sich. Wir haben versucht die Gestaltung des Innenraums mit dem des Außenbereichs in Einklang zu bringen. Der Holzsteg korrespondiert mit den Höhenniveaus innen und außen, der Sound parallelisiert den der Passage im Untergeschoss.

Kunstnürnberg: Was wünscht Ihr euch von den Besuchern der Ausstellung?

Katharina Heubner: Die Betrachter sollen die Stege auch benutzten, also nicht bloße Betrachter bleiben. Sie können den Steg im Inneren begehen und erfahren. Der Gedanke an das Spazieren auf dem Holzweg kann dabei auch romantische Assoziationen anklingen lassen, wie es der Untertitel unserer Ausstellung mitschwingen lässt.

HOLZWEG: Das klingt Romantisch. v.l.n.r.: Miho Kasama, Sandra Hasenöder, Katharina Heubner und Marianne Vordermayr während den Aufbauarbeiten der Ausstellung, © Alexander Racz
HOLZWEG: Das klingt Romantisch. v.l.n.r.: Miho Kasama, Sandra Hasenöder, Katharina Heubner und Marianne Vordermayr während den Aufbauarbeiten der Ausstellung, © Alexander Racz

Kunstnürnberg: Habt ihr bereits zusammen ausgestellt? Versteht ihr euch als Künstlergruppe?

Marianna Vordermayr: Wir arbeiten oft zusammen und haben teilweise in den Klassen schon zusammen Ausstellungen oder Projekte gemacht.

Sandra Hasenöder: Demnächst werden noch weitere gemeinsame Projekte folgen, vielleicht wird es auch wieder eine Gemeinschaftsarbeit geben, aber das steht noch offen.

Marianne Vordermayr: Momentan haben wir geplant den Steg auf eine Wanderschaft zu schicken.

Katharina Heubner: Wir wollten keine Einzelkunstwerke ausstellen. Die Ausstellung Holzweg ist die Erste, bei der wir gemeinsam an einer Idee gearbeitet haben und diese auch ständig weiterentwickelt haben.

Kunstnürnberg: Wie verlief hierbei die Rollenverteilung? Wer hat was gemacht?

Marianne Vordermayr: Wir haben die Aufgaben nach unseren verschiedenen Stärken verteilt. Die Einzelperson in den Hintergrund gerückt um das Team und die Arbeit hervorzuheben. Wir wollten letztendlich eine gemeinsame Arbeit schaffen, an der die verschiedenen Qualitäten von uns zum Ausdruck kommen.

Kunstnürnberg: Was unterscheidet eure Arbeiten von den Arbeiten anderer Akademiestudenten Nürnbergs?

Katharina Heubner: Speziell auf die Arbeit „Holzweg“ bezogen, kann man sagen, dass wir versucht haben, auf die räumliche Situation der Ausstellungsfläche einzugehen und mit dem Raum zu arbeiten. Oft werden in der Akademie Galerie Arbeiten gezeigt, die im Atelier entstanden sind und anschließend zur Präsentation hierher gebracht wurden. Seit Februar haben wir uns mit dem Ort auseinandergesetzt und viel Zeit hier in der Galerie verbracht, um unser Konzept auf den Raum hin zu erarbeiten.

Holzweg: Das klingt Romantisch - Videoinstallation, Quelle:
Holzweg: Das klingt Romantisch – Videoinstallation, Quelle: http://www.adbk-nuernberg.de/KALENDER/2011/AGN_holzweg.html

Kunstnürnberg: Wieso wollt ihr die Galerieräume zu einem „Kunstraum“ machen.

Sandra Hasenöder: Die Räume werden einfach viel zu wenig dafür genutzt. Ich finde es schade, dass viele Studenten den Raum selbst nicht aktiver in ihre Arbeit einbeziehen. Die Situation der Räumlichkeiten, mit ihren dominanten Elementen wie den verschiedenen Höhen, den Fliesen, den Neonröhren, Ecken und Kanten macht es, meiner Meinung nach schwierig, einzelne Arbeit interessant werden zu lassen. Wir sind Studenten und das ist unser Raum, indem wir uns ausprobieren können.

Zu den Künstlerinnen:

  • Sandra Hasenöder (Bildhauerei Klasse Stevenson, 7. Semester)
  • Katharina Heubner (Bildhauerei Klasse Stevenson, 8. Semester)
  • Miho Kasama (Freie Kunst Klasse Baranowsky, 12. Semester)
  • Marianne Vordermayr (Freie Kunst Klasse Baranowsky, 7. Semester)

Zur Ausstellung Holzweg, das klingt romantisch

  • Ausstellungsdauer: 26.09.2012 – 20.10.2012
  • Finissage: Mittwoch, 17.10.2012
  • Screenings: Freitag, 28.09.2012, 19:00 Uhr, Donnerstag 11.10.2012, 19:00Uhr
  • Buchprojekt „Holzweg – Das klingt Romantisch“

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