Christiane Bergelt in der Galerie Sturm in Nürnberg

vornüber, 2014, Mischtechnik auf Papier, 220 x190 cm, © Christiane Bergelt
vornüber, 2014, Mischtechnik auf Papier, 220 x190 cm, © Christiane Bergelt

Die Künstlerin Christiane Bergelt stellt ab dem 8. Januar 2015 in der Galerie Sturm in Nürnberg aus.

  • Vernissage: Donnerstag, 8. Januar 2015 um 19.30 Uhr
  • Ausstellungsdauer: 8. Januar bis 22. Februar 2015
  • Adresse: Galerie Sturm, Galgenhofstraße 33, 90459 Nürnberg
  • Öffnungszeiten: Donnerstags von 18.00 bis 20.00 Uhr; Sonntags von 15.00 bis 17.00 Uhr und nach Vereinbarung.
Schlinge, 2014, Mischtechnik auf Papier, 220 x 190 cm © Christiane Bergelt
Schlinge, 2014, Mischtechnik auf Papier, 220 x 190 cm © Christiane Bergelt

Die Einzelausstellung „there there“ von Christiane Bergelt in der Galerie Sturm in Nürnberg

Ein helles, wässriges Türkis überlagert grünliche und graue Farbschichten. In der Mitte entsteht eine Form, die unbestimmt und kaum greifbar ist.

“Taucher”, eine Papierarbeit der Malerin Christiane Bergelt, erforscht wie die meisten neuen Bilder der Künstlerin das Motiv des Wassers aus mehreren Perspektiven.

Weniger in konkreter Repräsentation, als vielmehr durch eine Bezugnahme auf die natürlich, flüssige Bewegung, die sich wie in Heraklits Aphorismus “Alles fließt“, der Stagnation widersetzt.

Die Farbbereiche ihrer abstrakten Malereien sind nicht fein geometrisch separiert, sondern sie fließen in andere Farben hinein oder laufen in der Leere des weißen Papiers aus.

Wie Kleckse und grobe, ausgewaschene Tupfen malt Bergelt dünne Schichten von Wasser- und Ölfarben übereinander und schafft aus den Ebenen Vorder- und Hintergründe.

Sie verwischt scharfen Trennungen und Linien; meidet strikte Grenzen in der Komposition ihrer Arbeiten; umgeht das Statische, indem sie ihre Papierarbeiten lose an der Wand befestigt.

Besonders deutlich werden diese spielerischen Maßnahme der Grenzüberschreitung in ihrer Serie “Lauf” – einer Gruppe von sieben, trapezförmigen Papierarbeiten.

stromabwärts, 2014, Mischtechnik auf Papier, 220 x 255 cm, © Christiane Bergelt
stromabwärts, 2014, Mischtechnik auf Papier, 220 x 255 cm, © Christiane Bergelt

In den kleinen Bildern setzt sie verschwommene Felder aus Moosgrün und Schwarz in Kontrast mit einem leuchtendem Weiß, das wie ein künstlicher Fremdkörper in einer ruhigen Moorlandschaft erscheint.

Verhüllte, ikonographische Referenzen zur Natur und zu Wasserlandschaften finden sich ebenso in der Farbauswahl und dem Farbauftrag ihrer großen Papierarbeit “Vornüber”.

Auch dieses Bild bleibt in seiner Form unbestimmt und orientiert sich vielmehr an fernen Umrissen und Objekten.

Der menschliche Körper ist, wie in vielen Arbeiten von Bergelt, vielmehr ein Anlass als das Motiv.

Die Ästhetik des Wassers taucht nicht nur in Titeln und malerischen Mitteln auf, sondern sie reflektiert auch den prozessualen Aspekt von Bergelts Arbeitspraxis:

Die Künstlerin bestimmt die Anordnung, Farben und Formen ihrer Bilder meist intuitiv und als Reaktion auf verschiedene Vorgänge im Bild und dessen Umgebung.

Ihre Pinselstriche setzen eine Suchbewegung fort, die Stimmungen aufspürt und mit jeder neuen Geste eine andere Richtung einschlägt.

vornüber, 2014, Mischtechnik auf Papier, 220 x190 cm, © Christiane Bergelt
vornüber, 2014, Mischtechnik auf Papier, 220 x190 cm, © Christiane Bergelt

Für den Katalog der Ausstellung “there there” hat sie ihren Arbeitsprozess im Austausch mit der Lyrikerin Judith Nika Pfeifer geöffnet:

Bergelt sendete Bilder von Malereien, Fotos und Musik an Pfeifer, die ihre Eindrücke mit einer Auswahl von Texten beantwortete.

Bergelt wiederum ordnete die Texte Stimmungen und vor allem ihren Bildern zu und experimentierte so im Dialog mit bewussten und unbewussten Entscheidungsprozessen.

Die Reaktionen von Bergelt und Pfeifer sind deshalb keine Übersetzungen vom einen Medium ins andere, sondern sie schaffen etwas ganz eigenes:

einen assoziativen Raum, der sich jeglicher Definition entzieht und nur als lyrische Abstraktion wahrgenommen werden kann.

Christiane Bergelt – Vita

geboren 1982 in Marienberg, studierte am Chelsea College of Art and Design, London und bei Prof. Thomas Hartmann und Prof. Christine Colditz an der Akademie der bildenden Künste Nürnberg. Die Künstlerin lebt und arbeitet bei Berlin.

(Pressemitteilung der Galerie Sturm)

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