Galerie Sturm ist ausgerichtet auf aktuelle Malerei und Videoarbeiten und setzt sich für die Förderung der Kunst im Großraum Nürnberg ein.

Johannes Sturm, der Galerist, spricht im Interview über seine Galerie Sturm, den Standortfaktor Nürnberg und das Programm der Galerie Sturm für das Jahr 2015.

Galerie Sturm – Der Galerist Johannes Sturm im Interview

Ausstellung Malte Bruns, 2015, © Galerie Sturm
Ausstellung Malte Bruns, 2015, © Galerie Sturm

Kunstnürnberg: Was war die Initialzündung für die Galerie Sturm?

Johannes Sturm: Nach meinem Umzug nach Nürnberg und den damit einhergehenden immer tieferen Kontakten zur Kunstszene hat auch mein Interesse am Kunstmarkt immer mehr zugenommen. Ich war und bin fasziniert von den dort vorherrschenden Mechanismen.
Bei einem Spaziergang über den Trödelmarkt kam ich eines Tages an einem kleinen leerstehenden Schauraum vorbei. Da kam mir die Idee, Kunst 24 Stunden rund um die Uhr an einem der Haupttouristenwege mitten in der Stadt zu zeigen.
Dieser kleine Schauraum war die Keimzelle der Galerie Sturm und existiert heute noch.

Der Showroom der Galerie Sturm am Trödelmarkt in Nürnberg, © Galerie Sturm
Der Showroom der Galerie Sturm am Trödelmarkt in Nürnberg, © Galerie Sturm

Kunstnürnberg: Warum haben Sie Nürnberg als Standort ausgesucht?

Johannes Sturm: Mein Lebensmittelpunkt ist in Nürnberg, ich bin hier verwurzelt. Mir liegt die Entwicklung unserer Region am Herzen. Um im regionalen, nationalen und internationalen Wettbewerb zu bestehen und konkurrenzfähig zu bleiben, müssen Städte und Regionen eine attraktive Umgebung für Wirtschaft und Bevölkerung sichern und gestalten. Die Bildende Kunst als Standortfaktor ist dabei von großer Bedeutung.
Dazu möchte ich meinen Beitrag leisten.

Der Galerist Johannes Sturm, © Galerie Sturm
Der Galerist Johannes Sturm, © Galerie Sturm

Kunstnürnberg: Auf welche künstlerischen Schwerpunkte ist die Galerie Sturm ausgerichtet?

Johannes Sturm: Der Schwerpunkt der Galeriearbeit liegt auf aktueller Malerei. Aber schon seit der Gründung zeige ich auch Videoarbeiten. Diese weisen meist auch einen gewissen Bezug zur Malerei auf. Ich liebe Kunst, die nicht alles auf den ersten Blick preisgibt. Arbeiten, die dem Betrachter durchaus etwas Aufmerksamkeit abfordern um die ihnen eigene Sprache zu verstehen und dann immer tiefere Einblicke zulassen. Also Kunst, die nicht langweilig wird.

Kunstnürnberg: Welche Künstler vertritt die Galerie Sturm?

Johannes Sturm: Die Galerie Sturm vertritt die Künstler:

Kunstnürnberg: Mit welchen Mitteln werden die Künstler und ihre Kunst promotet?

Johannes Sturm: Ich zeige in der Galerie nur Einzelpositionen. Zu diesen Soloshows erscheint jeweils ein Begleitbooklet.  Die Promotion erfolgt neben der persönlichen Kontaktpflege auch über die sozialen Medien. So ist Galerie Sturm vertreten auf Instagram, Tumblr und Facebook. Schon seit der Gründung mache ich auch Messearbeit. Zum Beispiel in Basel auf der VOLTA und in Miami auf der PULSE.

Ansicht der Galerie in der Galgenhofstraße 33 in Nürnberg © Galerie Sturm
Ansicht der Galerie in der Galgenhofstraße 33 in Nürnberg © Galerie Sturm

Kunstnürnberg: Wie bewerten Sie die Entwicklung der Kunst und den Kunstmarkt im Großraum Nürnberg in den letzten 5 Jahren?

Johannes Sturm: In den letzten fünf Jahren hat sich schon einiges Positives getan. Ich sehe aber gerne nach vorne. Viel wichtiger aus meiner Sicht ist daher, wie wir die nächsten fünf Jahre erfolgreich gestalten können.
Wie ich schon erwähnt habe, ist für ein lebenswerte Stadt eine aktive Kunstszene sehr wichtig. Dafür braucht man aber ein Umfeld, in dem die Künstler aber auch von Ihrer Kunst leben können. Nur so kann man ein Abwandern zum Beispiel nach Berlin oder Düsseldorf verhindern oder die Region für einen Zuzug aus anderen Städten interessant machen.
Wir haben das Potenzial dafür und ich möchte mit meiner Arbeit Kunstinteressierte überzeugen, dass es nicht notwendig ist, nach Düsseldorf zu fahren um Kunst zu kaufen.
Dies ist auch meine Erfahrung, die ich als Aussteller auf den internationalen Kunstmessen mache.

Ansicht der Galerie in der Galgenhofstraße 33 in Nürnberg © Galerie Sturm
Ansicht der Galerie in der Galgenhofstraße 33 in Nürnberg © Galerie Sturm

Kunstnürnberg: Was würden Sie Künstlern raten, die eine Galerie suchen und erfolgreich werden wollen?

Johannes Sturm: Wichtig ist, wie in allen Bereichen heutzutage, gutes Netzwerken über alle Kanäle.
Im Gegensatz zu anderen Kollegen habe ich nichts gegen Initiativbewerbungen.
Aber diese sollten gewissen Vorgaben folgen. Neben einem persönlichen Anschreiben erwarte ich eine Erklärung, warum sich der Bewerber gerade meine Galerie ausgesucht hat. Und nicht nur Allgemeinplätze, wo ich sofort sehe, dass das Prinzip Gießkanne zur Anwendung kommt.

Kunstnürnberg: Was ist für das Jahr 2015 geplant?

Johannes Sturm: Aktuell zeige ich noch bis zum 10. Mai eine raumgreifende Videoinstallation des Düsseldorfer Künstlers Malte Bruns mit dem Titel „I’ve done questionable things“. In den installativen Video- und Foto Arbeiten zeigen sich Verweise auf Atmosphären und Themen, die die Welt der Arbeit, der Mechanik und Maschine medial aufgreifen. Sein sowohl rückwärts gewandter Blick in Realitäten und Neuerungen der industriellen Revolution, als auch der nach vorne gerichtete in heutige Illusionstechniken und Animationsmöglichkeiten, reflektiert den Erfinder- und Fortschrittsgeist, dem nichts unmöglich ist.

Ausstellung Malte Bruns, 2015, © Galerie Sturm
Ausstellung Malte Bruns, 2015, © Galerie Sturm

Darauf folgen zwei weitere Soloshows mit Jude Griebel und Kai Klahre in der Ausstellungshalle und dazwischen ein Sommerprojekt im Schaufenster mit Isabell Ritter.

Sehr freue ich mich auch auf die Soloshow mit Anahita Razmi gleich zu Beginn des nächsten Jahres.

Kunstnürnberg: Haben Sie einen nicht-zeitgenössischen Geheimtipp in Sachen Kunst in der Region Nürnberg?

Johannes Sturm: Leider nein. Aber was nicht-zeitgenössische Kunst angeht, liebe ich die Musik und den Tanz der Renaissance.

Galerie Sturm – Besucherinformationen

  • Webseite Galerie Sturm
  • Adresse: Galgenhofstraße 33, 90459 Nuremberg
  • Öffnungszeiten: Donnerstag 18 bis 20 Uhr und Sonntag 15 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung.

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