In der neuen Sonderausstellung „Peter Flötner. Renaissance in Nürnberg“ zeigt das Albrecht-Dürer-Haus in Kooperation mit der Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg vom 24. Oktober 2014 bis 18. Januar 2015 Werke eines Künstlers der Generation nach Dürer, den es erst noch richtig zu entdecken gilt.

Blick in die Austellung "Peter Flötner. Renaissance in Nürnberg" © Museen der Stadt Nürnberg, Albrecht-Dürer-Haus
Blick in die Austellung “Peter Flötner. Renaissance in Nürnberg” © Museen der Stadt Nürnberg, Albrecht-Dürer-Haus

Peter Flötner – Renaissance in Nürnberg in den Museen der Stadt Nürnberg

  • Ausstellungsdauer: 24. Oktober 2014 bis 18. Januar 2015
  • Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag Samstag und Sonntag Donnerstag, 10-17 Uhr 10-18 Uhr 10-20 Uhr
  • Adressen: Albrecht Dürer Haus, Albrecht-Dürer-Straße 39 90403 Nürnberg
Peter Flötner: Triumph der Auferstehung, um 1525/30 (Detail). Schwarze Kreide auf rötlich getöntem Bütten. Erlangen, Universitätsbibliothek, Graphische Sammlung, Inv.-Nr.: B 323 b, © FAU, Universitätsbibliothek, Graphische Sammlung
Peter Flötner: Triumph der Auferstehung, um 1525/30 (Detail). Schwarze Kreide auf rötlich getöntem Bütten. Erlangen, Universitätsbibliothek, Graphische Sammlung, Inv.-Nr.: B 323 b, © FAU, Universitätsbibliothek, Graphische Sammlung

Die Einführung der Reformation 1525 und der Tod Albrecht Dürers 1528 bildeten deutliche Zäsuren im Nürnberger Kunstleben – die Epoche der großen Altäre mit ihrem üppigen Gemälde- und Skulpturenschmuck war unwiderruflich vorbei. Doch war die Glanzzeit der Reichsstadt als europäische Kunstmetropole damit noch lange nicht beendet, weil nun andere Kunstgattungen zu größerer Geltung kamen.

Der Künstler Peter Flötner

Peter Flötner (um 1490-1546) zählt zu den bedeutendsten und vielseitigsten Künstlern der Generation nach Dürer. Er wurde vermutlich vom Nürnberger Stadtbaumeister Hans Beheim d. Ä. von Ansbach aus in die Reichsstadt empfohlen, wo er von 1522 bis zu seinem Tod lebte und arbeitete. Grund für die Übersiedlung war vielleicht auch das Großprojekt der Umgestaltung des Rathauses unter Albrecht Dürer.

Über Peter Flötners Ausbildung ist nichts Näheres bekannt; als gelernter Bildschnitzer fertigte er Kleinplastiken, Plaketten und Medaillen.

Peter Flötner in der Ausstellung

Peter Flötner: Kokosnußpokal der Familie Holzschuher, ca. 1535. Kokosnuß, Goldschmiedearbeit. Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum (Eigentum der Stadt Nürnberg; Detail), © Germanisches Nationalmuseum
Peter Flötner: Kokosnußpokal der Familie Holzschuher, ca. 1535. Kokosnuß, Goldschmiedearbeit. Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum (Eigentum der Stadt Nürnberg; Detail), © Germanisches Nationalmuseum

 

Zudem schuf er – wohl in Zusammenarbeit mit dem Goldschmied Melchior Baier – das kostbarste Exponat der Ausstellung: den kunstvoll geschnitzten Kokosnuss-Pokal für die Familie Holzschuher.

Flötner war zudem ein ebenso talentierter wie geistreicher Druckgraphiker und vor allem ein brillanter Zeichner: Ein weiteres Glanzlicht der Ausstellung ist die große Zeichnung „Triumph der Auferstehung“, dessen Zweck und genauer Inhalt noch immer rätselhaft sind.

Darüber hinaus gestaltete er Buchillustrationen, Flugblätter und sogar ein Kartenspiel. Schließlich fertigte er Entwürfe für alle Arten von Kunsthandwerk und gehört dadurch zu den prägenden Verbreitern von gleichermaßen eleganten wie üppigen Renaissance- Dekoren – nicht nur in Nürnberg.

Trotzdem steht Flötner bis heute im Schatten des großen Genies Dürer; die letzte – und einzige – Schau zu Flötner ist nun schon über 60 Jahre her. 

Im Zentrum der Ausstellung stehen neben dem Holzschuher-Pokal die originalen Handzeichnungen Peter Flötners aus dem Bestand der Graphischen Sammlung der Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg, die bei diesem Projekt Kooperationspartner und Hauptleihgeber ist.

Sie stammen aus dem Besitz der Markgrafen von Ansbach und könnten sogar ehemals zum persönlichen Nachlass des Künstlers gehört haben. Sie sind im Ausstellungsschwerpunkt Albrecht-Dürer-Haus zu sehen und werden durch Druckgraphiken und Plaketten vor allem aus Beständen des Germanischen Nationalmuseums ergänzt.

Weitere Ausstellungsorte

Das Tucherschloss widmet sich mit dem in wesentlichen Teilen rekonstruierten Hirsvogelsaal Peter Flötners Schaffen als Meister für kunstreiche Innenausstattungen, © Museen der Stadt Nürnberg, Museum Tucherschloss und Hirsvogelsaal; Foto: Uwe Niklas
Das Tucherschloss widmet sich mit dem in wesentlichen Teilen rekonstruierten Hirsvogelsaal Peter Flötners Schaffen als Meister für kunstreiche Innenausstattungen, © Museen der Stadt Nürnberg, Museum Tucherschloss und Hirsvogelsaal; Foto: Uwe Niklas

 

Doch hat diese Ausstellung neben dem Albrecht-Dürer-Haus erstmals noch weitere Stationen innerhalb der Museen der Stadt Nürnberg:

Das Museum Tucherschloss widmet sich mit dem in wesentlichen Teilen rekonstruierten Hirsvogelsaal Flötners Schaffen als Meister für kunstreiche Innenausstattungen.

Das Stadtmuseum Fembohaus diskutiert am Beispiel von Apollobrunnen und Kaiserthron die Frage nach Flötner als Entwerfer und Modelleur. Beide Stationen sind vom Albrecht-Dürer-Haus leicht erreichbar und können mit einer Tageskarte besichtigt werden – ein wunderbarer Stadtspaziergang durch die Nürnberger Renaissance!

Ziele der Ausstellung

Peter Vischer d. J. (?)/ Peter Flötner (?)/ Vischerwerkstatt (?): Apollobrunnen, 1532, Bronzeguss, © Museen der Stadt Nürnberg, Stadtmuseum Fembohaus
Peter Vischer d. J. (?)/ Peter Flötner (?)/ Vischerwerkstatt (?): Apollobrunnen, 1532, Bronzeguss, © Museen der Stadt Nürnberg, Stadtmuseum Fembohaus

Die Ausstellung möchte das faszinierende Werk des vielseitigen Bildhauers, Entwerfers und Illustrators wieder ins Interesse rücken. Dies schließt auch die kritische Prüfung mancher willkürlicher Zuschreibung der älteren Kunstgeschichte ein.

Gerade der Mangel an gesicherten Lebensdaten Flötners lud dazu ein, die Lücken mit Kunstwerken biographisch anzureichern. So ist etwa beim herausragenden Apollobrunnen im Stadtmuseum Fembohaus allenfalls der Sockel für ein Werk Flötners zu halten, während die Brunnenfigur wohl eher Peter Vischer d. J. aus der – nicht minder berühmten – Vischer-Werkstatt in Nürnberg zuzuschreiben ist.

Ausstellungsrundgang

  • Führung durch die Ausstellung im Albrecht-Dürer-Haus Jeden Do, 18.30 Uhr (nicht am 25.12.2014 und 01.01.2015) Dauer: 60 Minuten
    Kosten: 2 Euro zzgl. Museumseintritt
  • Das Allroundgenie Peter Flötner: Kombiführung durch die Ausstellungsteile im Albrecht-Dürer-Haus, im Stadtmuseum Fembohaus sowie im Museum Tucherschloss und Hirsvogelsaal, So, 26.10. und 02.11.2014 sowie 04.01.2015, 10.30 Uhr, Dauer: 120 Minuten, Kosten: 2 Euro zzgl. Museumseintritt Treffpunkt: Albrecht-Dürer-Haus Endpunkt: Hirsvogelsaal

Buchbare Führungen für Gruppen

  • Ausstellungsrundgang und
    Kombiführung „Das Allroundgenie Peter Flötner“
    Information und Buchung:
    Kunst- und Kulturpädagogisches Zentrum der Museen in Nürnberg (KPZ) Abteilung Erwachsene und Familien
    Telefon: 09 11 / 13 31-2 38
    E-Mail: erwachsene@kpz-nuernberg.de
    www.kpz-nuernberg.de

Gesprächsführung für Schulklassen ab der 8. Jahrgangsstufe

  • Information und Buchung:
    Kunst- und Kulturpädagogisches Zentrum der Museen in Nürnberg (KPZ) Abteilung Schulen
    Telefon: 09 11 / 13 31-2 41
    E-Mail: schulen@kpz-nuernberg.de
    www.kpz-nuernberg.de
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    23.10.2014
    Schaustück des Monats November

Soll das ein Witz sein?

  • Peter Flötners Riesenzeichnung „Triumph der Auferstehung“ Sonderführungen mit Dr. Thomas Schauerte, Leiter des Albrecht-Dürer- Hauses und der Kunstsammlungen der Stadt Nürnberg
    Do, 13.11.2014, 18 Uhr
    Mi, 26.11.2014, 16 Uhr
    Dauer: 45 Minuten
    Kosten: Teilnahme im Museumseintritt enthalten

Vortragsreihe

  • Hirsvogelsaal und Adamstatuette. Flötners Skulpturen und Plaketten: Vortrag von Dr. Manuel Teget-Welz Mo, 27.10.2014, 19 Uhr, Dauer: 90 Minuten, Kosten: 7 Euro
  • Prunkpokal und Himmelbett. Flötners Zeichnungen und Druckgraphik, Vortrag von Dr. Manuel Teget-Welz Mo, 3.11.2014, 19 Uhr, Dauer: 90 Minuten, Kosten: 7 Euro

Eintritt

Der Ausstellungseintritt ist in einem der beteiligten Museen im jeweiligen Museumseintritt von 5 Euro, ermäßigt 3 Euro, bereits inbegriffen.
Die Tageskarte zum Besuch der Ausstellungsbereiche in allen drei Häusern kostet 2,50 Euro Aufschlag auf den einmaligen Museumseintritt.

Katalog

Der Katalog kostet 19,95 Euro und ist an den Museumskassen der drei beteiligten Häuser sowie im  Buchhandel erhältlich.

(Pressemitteilung der Museen der Stadt Nürnberg)

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