Das Germanische Nationalmuseum ist das größte kulturgeschichtliche Museum des deutschen Sprachraums. 

Als Forschungs- und Besuchermuseum von internationalem Rang stellt es Kulturgeschichte fächerübergreifend, allgemeinverständlich und lebendig dar.

Selbstverständnis

Rembrandt Harmensz. van Rijn: Selbstbildnis mit Halsberge, um 1629 Dauerleihgabe der Museen der Stadt Nürnberg Foto: GNM, Dirk Messberger
Rembrandt Harmensz. van Rijn: Selbstbildnis mit Halsberge, um 1629 Dauerleihgabe der Museen der Stadt Nürnberg
Foto: GNM, Dirk Messberger

„Als Nationalmuseum und Museum des gesamten deutschen Sprachraums sammeln und bewahren wir Zeugnisse der Kultur, Kunst und Geschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart.

Als Forschungs- und Bildungseinrichtung von internationalem Rang stellen wir durch unsere Sammlungen, Ausstellungen und Publikationen Kulturgeschichte in fächerübergreifender Breite dar. Im Interesse unserer Besucher vermitteln wir diese Inhalte allgemeinver- ständlich und lebendig.

Als Ort, an dem Menschen, unabhängig von Alter, Herkunft, Bildung und Religion, kulturelle Zusammenhänge erfahren und erleben können, ist das Germanische Nationalmuseum dem Respekt vor allen Kulturen verpflichtet.“

Zur Geschichte des Museums

Der Globus des Martin Behaim, Nürnberg, 1492/94 Foto: GNM, Jürgen Musolf
Der Globus des Martin Behaim, Nürnberg, 1492/94 Foto: GNM, Jürgen Musolf

Das Germanische Nationalmuseum besteht seit 1852. Seine Gründung geht maßgeblich auf den fränkischen Adeligen und Altertumsfreund Hans Freiherr von und zu Aufseß zurück. Er verfolgte die Absicht, ein „wohlgeordnetes Generalrepertorium über das ganze Quellenmaterial für die deutsche Geschichte, Literatur und Kunst“ anzulegen. Vor dem Hintergrund der gescheiterten politischen Einigung der deutschen Staaten im Jahr 1848 sollte damit die Einheit des „germanischen“, d.h. deutschsprachigen Kulturraumes dokumentiert werden. Mit der Reichsgründung 1871 wurde das Germanische Nationalmuseum offiziell das Nationalmuseum deutscher Kunst und Kultur.

Die Sammlungen

Blick in den Manieristensaal in der Dauerausstellung „Renaissance, Barock, Aufklärung“ Foto: GNM, Georg Janßen
Blick in den Manieristensaal in der Dauerausstellung „Renaissance, Barock, Aufklärung“ Foto: GNM, Georg Janßen

Heute umfasst der Sammlungsbestand mehr als 1,3 Millionen Objekte. Damit ist das Germanische Nationalmuseum das größte kulturhistorische Museum des deutschen Sprachraums und zählt zu den bedeutendsten Museen der Welt.

Das Spektrum der Sammlungen reicht von der Vor- und Frühgeschichte bis zur Kunst und Kultur der Gegenwart.

Dem Besucher eröffnet sich eine spannende Zeitreise durch die Jahrhunderte: Höhepunkte sind steinzeitliche Faustkeile, der geheimnisvolle Goldkegel von Ezelsdorf- Buch aus der Bronzezeit, der kostbare mittelalterliche Einband des Codex Aureus, Skulpturen von Veit Stoß und Meisterwerke von Albrecht Dürer.

Albrecht Dürer: Bildnis des Malers Michael Wolgemut, 1516 Dauerleihgabe der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen Foto: Dirk Messberger
Albrecht Dürer: Bildnis des Malers Michael Wolgemut, 1516 Dauerleihgabe der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen Foto: Dirk Messberger

Das Museum zeigt außerdem den so genannten Behaim-Globus, den ältesten erhaltenen Globus der Welt, Astrolabien, Rüstungen und Waffen, es verfügt über eine der bedeutendsten Musikinstrumentensammlungen Europas und seltene barocke Puppenhäuser in der Spielzeugsammlung.

Malerei des Expressionismus sowie Designklassiker vom Bauhaus bis heute runden die umfangreiche Präsentation ab. An keinem anderen Ort wird die Kulturgeschichte des deutschen Sprachraums in einer solchen Fülle erlebbar.

Mehrere Sonderausstellungen im Jahr ergänzen und vertiefen ausgewählte Themen zur Kunst- und Kulturgeschichte.

Ernst Ludwig Kirchner: Selbstporträt als Trinker, 1914 Foto: GNM, Monika Runge
Ernst Ludwig Kirchner: Selbstporträt als Trinker, 1914 Foto: GNM, Monika Runge

Die Architektur

Haupteingang des Germanischen Nationalmuseums in der Kartäusergasse 1 Foto: Dirk Messberger
Haupteingang des Germanischen Nationalmuseums in der Kartäusergasse 1 Foto: Dirk Messberger

Den architektonischen Kern des heutigen Museumskomplexes bildet ein spätmittelalterliches Kartäuserkloster mit seinem historischen Kreuzgang, der Klosterkirche und den Mönchshäusern.

Nach Zerstörungen Ende des Zweiten Weltkriegs ergänzte der Architekt Sep Ruf in den 1950er und 60er Jahren neue Gebäudeteile, die das äußere Erscheinungsbild bis heute prägen.

Im Jahr 1993 entstanden ein neuer, moderner Eingangsbereich mit dem heutigen Haupteingang und die von Dani Karavan geschaffene Außeninstallation „Straße der Menschenrechte“.

Forschung

Das Germanische Nationalmuseum ist mehr als nur ein Ausstellungshaus. Neben den einzelnen Sammlungsbereichen unterhält das Museum ein his- torisches Archiv, das Deutsche Kunstarchiv, ein Münzkabinett und eine Graphische Sammlung. Die für alle Nutzer öffentlich zugängliche wissenschaftliche Spezialbibliothek umfasst mehr als 650.000 Bände zur europäischen Kunst- und Kulturgeschichte.

Das Museum ist Mitglied der Leibniz- Gemeinschaft (WGL), ein Zusammenschluss wissenschaftlich bedeutender außeruniversitärer Forschungseinrichtungen, und wird regelmäßig evaluiert.

Institut für Kunsttechnik und Konservierung (IKK)

Das Institut für Kunsttechnik und Konservierung (IKK) zählt zu den größten Restaurierungseinrichtungen seiner Art in der Bundesrepublik. Es ist für die konservatorische Betreuung des gesamten Sammlungsbestandes zuständig
und betreibt innovative Forschungsarbeit u.a. zur Schadstoffvermeidung und fachgerechten Präsentation von Kunstwerken.

Verlag des Germanischen Nationalmuseums

Im Jahr 1853, ein Jahr nach dem Museum, wurde bereits ein museumseigener Verlag gegründet, der damit der älteste Museumsverlag Europas ist. Hier erscheinen nicht nur wissenschaftliche Publikationen und die Kataloge zu einzelnen Ausstellungen, sondern auch die Jahresschrift „Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums“. Seit 1996 nimmt der Verlag mit einem eigenen Stand an der Frankfurter Buchmesse teil.

Kunst- und Kulturpädagogisches Zentrum (KPZ)

Die museumspädagogische Betreuung der Besucher hat das Kunst- und Kulturpädagogische Zentrum der Museen in Nürnberg (KPZ) übernommen mit seinen zielgruppenspezifischen Abteilungen für Schulklassen sowie für Erwachsene und Familien.

Außenstellen

Das Germanische Nationalmuseum unterhält zwei Außenstellen:

Kaiserburg-Museum

Das Patrizierschloss Neunhof in Kraftshof vor den Toren der Stadt Nürnberg, Außenstelle des Germanischen Nationalmuseums Foto: Dirk Messberger
Das Patrizierschloss Neunhof in Kraftshof vor den Toren der Stadt Nürnberg, Außenstelle des Germanischen, Nationalmuseums, Foto: Dirk Messberger

Auf der Nürnberger Kaiserburg wurde im sogenannten Kemenatenbau ein Museum eingerichtet, das die Baugeschichte der Kaiserburg und ihre ge- schichtliche Bedeutung für das Heilige Römische Reich Deutscher Nation dokumentiert.

Weitere Abteilungen widmen sich der Kaiserburg als Sternwarte und erläutern die wehrgeschichtliche Funktion der Burg sowie die Entwicklung der Waffen- und Rüsttechnik des Mittelalters und der frühen Neuzeit.

April bis September täglich von 9 – 18 Uhr Oktober bis März täglich 10 – 16 Uhr Tel. 0911 / 200 95 40

Schloss Neunhof

Das Patrizierschloss Neunhof in Kraftshof vor den Toren der Stadt Nürnberg, Außenstelle des Germanischen Nationalmuseums Foto: Dirk Messberger
Das Patrizierschloss Neunhof in Kraftshof vor den Toren der Stadt Nürnberg, Außenstelle des Germanischen Nationalmuseums, Foto: Dirk Messberger

In dem kleinen ländlichen Adelssitz an der nordöstlichen Nürnberger Stadtgrenze wird die Wohn- und Lebensweise des Landadels in der Zeit vom 16. bis 19. Jahrhundert veranschaulicht.

Das Schloss bildet mit seinen Wehranlagen, der Brücke, dem Badehaus sowie den ehemaligen Wirtschaftsgebäuden und der barocken Gartenanlage ein malerisches Ensemble.

ACHTUNG: Wegen Sanierungsarbeiten ist Schloss Neunhof 2017 geschlossen. Der Garten bleibt die ganze Zeit über zugänglich.

Infobox

  • Germanisches Nationalmuseum, Kartäusergasse 1, 90402 Nürnberg
  • Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag 10 – 18 Uhr | Mittwoch 10 – 21 Uhr | Montag geschlossen

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