Bilder erzählen im GNM Nürnberg

Neue Vortragsreihe zu religiösen Bildwerken. Erster Termin am 17.6.2015.

Hans Schäufelein: Christus am Kreuz mit Johannes dem Täufer und König David, 1508, Foto: GNM
Hans Schäufelein: Christus am Kreuz mit Johannes dem Täufer und König David, 1508, Foto: GNM

BILDER ERZÄHLEN – Die neue Vortragsreihe zu religiöser Kunst „Bilder erzählen“ startet am Mittwoch, 17. Juni um 19 Uhr im Germanischen Nationalmuseum mit einem Vortag über eine Kreuzigung von Hans Schäufelein.

Bilder erzählen: Neue Vortragsreihe zu religiösen Bildwerken im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg

Hans Schäufelein, Christus am Kreuz, Germanisches Nationalmuseum © GNM
Hans Schäufelein, Christus am Kreuz, Germanisches Nationalmuseum © GNM

Das Germanische Nationalmuseum startet eine neue Veranstaltungsreihe. „Bilder erzählen“ diskutiert Werke der Reformationszeit im Dialog von Kunstgeschichte und Theologie.

Den Auftakt macht ein Tafelbild von Hans Schäufelein am Mittwoch, 17. Juni um 19 Uhr. Das hochformatige Gemälde zeigt im Bildzentrum den gekreuzigten Christus, zu seinen Füßen gerahmt von zwei Personen. Ein klassisches Motiv der traditionellen Tafelmalerei – oder?

Nein, das Bildprogramm gibt Rätsel auf: Wo normalerweise Maria und Johannes der Evangelist den toten Christus beweinen, stehen bei Schäufelein König David und Johannes der Täufer. Warum?

Ungewöhnlich ist auch der Hintergrund, der die Übergabe der Gesetzestafeln an Moses darstellt. Was hat diese Szene mit der Kreuzigung Christi zu tun?

Kunsttechnologische Untersuchungen entdeckten auf dem Gemälde außerdem eine weitere männliche Figur, die später wieder übermalt wurde. Um wen handelte es sich, und warum wurde er wieder aus dem Bildprogramm entfernt?

Die jüngste Forschung geht davon aus, dass sich Schäufelein zu dieser neuen Motivkombination von reformatorischen Bildern aus der Werkstatt Lucas Cranachs inspirieren ließ. Dann könnte Schäufeleins Tafel frühestens um 1520 entstanden sein. Auf dem Gemälde selbst steht allerdings die Jahreszahl 1508. Wie passt das zusammen?

Den spannenden Fragen gehen Dr. Daniel Hess, Sammlungsleiter für Malerei bis 1800 und Glasmalerei, und der Theologie-Professor Anselm Schubert von der FAU Erlangen-Nürnberg nach. Gemeinsam decken sie Unstimmigkeiten auf und diskutieren aktuelle Lösungsvorschläge.

Bis Ende des Jahres finden noch vier weitere Termine jeweils am Mittwochabend statt.

Die Vortragsreihe ist eine Kooperation des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Nürnberg mit dem Germanischen Nationalmuseum, dem Kunst- und Kulturpädagogischen Zentrum der Museen in Nürnberg (KPZ) sowie Eckstein, dem Haus des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Nürnberg.

GERMANISCHES NATIONALMUSEUM – BESUCHERINFORMATIONEN

  • am Mittwoch, 17. Juni um 19 Uhr
  • Kosten: 2,- €
  • Kartäusergasse 1, 90402 Nürnberg

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