Die Galerie Sturm eröffnete am 27. Juli 2015 im Heimatministerium in Nürnberg die Ausstellung KATALYSATOR KUNST. Anlässlich der Vernissage sprachen Dr. Eva Kraus (Direktorin des Neuen Museum), Dirk von Vopelius (Präsident der IHK Mittelfranken) und der Initiator der Ausstellung Dr. Johannes Sturm von der Galerie Sturm.

Exklusiv veröffentlicht KUNSTNÜRNBERG den kompletten Text der Rede von Dr. Johannes Sturm zum Thema Bildende Kunst als Standortvorteil für alle Leser, die nicht bei der Vernissage vor Ort sein konnten.

Christiane Bergelt: Tage im November 5, 20x25cm, 2013, Mischtechnik auf Papier. © Galerie Sturm
Christiane Bergelt: Tage im November 20x25cm, 2013, Mischtechnik auf Papier. © Galerie Sturm

Vortrag von Dr. Johannes Sturm anlässlich der Vernissage der Ausstellung KATALYSATOR KUNST – Kunst im Heimatministerium

Sehr geehrte Gäste,

nochmals vielen Dank, dass Sie heute Abend meiner Einladung gefolgt und hier ins Ministerium der Finanzen, Landesentwicklung und Heimat gekommen sind.

Es sind ja auch einige unter Ihnen, die ich bisher noch nicht kenne und ich bin sehr gespannt darauf, heute mit Ihnen ins Gespräch zu kommen. Ich freue mich über Ihren Besuch in zweifacher Hinsicht.
Zum einen zeigt er ihr Interesse an der Bildenden Kunst in Nürnberg und der Metropolregion. Und, zum anderen, wie ich hoffe, auch an der Arbeit der Galerie Sturm.

Der Titel des heutigen Abends ist „Katalysator Kunst“ mit dem Untertitel „Die Bildende Kunst als Standortvorteil“. Wir haben bereits von Frau Dr. Kraus und Herrn von Vopelius die Relevanz und verschiedene Facetten dieses Themas kennengelernt.

Nun stellen Sie sich vielleicht die Frage warum gerade ich als Galerist Sie heute Abend zu genau diesem Thema eingeladen habe. Was ist die Aufgabe und der Stellenwert von Galerien in der Förderung der Bildenden Kunst und damit direkt des Standorts Nürnberg und der Metropolregion?

Da doch einige heute hier sind, die mich und meine Galeriearbeit noch nicht so genau kennen, möchte ich die Beantwortung dieser Fragen mit einer Vorstellung der Galerie und meiner Arbeit verbinden.

Ich bin im Jahr 2004 nach Nürnberg gekommen und habe mich hier niedergelassen.
Mit in der Folgezeit immer tiefergehenden Kontakten zur Kunstszene in der Region und vielen Gesprächen hat auch mein Interesse am Kunstmarkt mehr und mehr zugenommen.
Vor allem interessierten mich, natürlich neben der Kunst an sich, die vorherrschenden Mechanismen dieses doch sehr komplexen Marktes.
Wer sind die Teilnehmer an diesem Markt? Welche Ziele verfolgen sie? Wie interagieren sie?
Und welche gesellschaftlichen und sozialen Aufgaben haben sie oder sollten sie zumindest haben?

Daraus wuchs Stück für Stück meine Überzeugung selbst Teil davon werden zu wollen. Ich machte mir also Gedanken, wie ich das angehen und vor allem was ich anders und besser machen kann.

Die Arbeit der Galerie Sturm

Peter Kalkhof: space in between, 1966, acrylic canvas, © Galerie Sturm
Peter Kalkhof: space in between, 1966, acrylic canvas, © Galerie Sturm

Im Jahr 2009 kam ich dann eines Tages bei einem Spaziergang an einem kleinen, leerstehenden Schauraum am Trödelmarkt hier in Nürnberg hinter dem Hauptmarkt vorbei. Dieser kleine verglaste Schauraum erschien mir als der ideale Start mit der Gelegenheit, Kunst 24 Stunden rund um die Uhr, an einem der Haupttouristenwege mitten in der Stadt zeigen zu können.
Das war die Keimzelle der Galerie, die heute noch existiert. Sie finden ihn zwischen dem Optiker Sichtwerk und dem Einrichtungshaus Renner. Gehen Sie bei einem Spaziergang durch die Stadt doch einmal vorbei. Sie können immer eine Arbeit der aktuellen Ausstellung dort sehen.

Der Schwerpunkt der künstlerischen Ausrichtung der Galerie Sturm liegt auf aktueller Malerei. Von grafischen bis figürlichen Arbeiten. Eine Auswahl habe ich Ihnen heute auch mitgebracht, die sie hier in der Ausstellung sehen.

Alle von mir vertretenen Künstler haben einen gewissen Bezug zur Gegenständlichkeit, auch wenn das nicht immer sofort ersichtlich ist. Aber schon seit der Gründung zeige ich auch Videoarbeiten, wobei mich hier ebenso atmosphärische, malerische Positionen anziehen. Generell fasziniert mich das Mehrdeutige und Rätselhafte. Ich liebe Kunst, die nicht alles auf den ersten Blick preisgibt.

In Zusammenarbeit mit Kuratoren mit nationalen und internationalen Kontakten, arbeite ich stetig an der Fortentwicklung des Galerieprogramms.
Seit diesem Jahr habe ich auch engen Kontakt zu Herrn Lü Peng, einem, wenn nicht dem, Experten für zeitgenössische Kunst in China. Er ist Autor von wichtigen Werken über die chinesische Kunst nach 1949, also nach der Gründung der Volksrepublik China. Vielleicht ist ja der oder die eine oder andere unter Ihnen, die Interesse an diesem Bereich haben. Sprechen Sie mich gerne darauf an.

Seit der Gründung der Galerie präsentiere ich meine Künstler auch auf internationalen Kunstmessen. Unter anderem in Berlin, Basel und Miami. Die Ausrichtung der Galerie ist also, sowohl was die Auswahl der Künstler als auch die Wirkung nach außen angeht, regional verwurzelt, national und international. So vertrete ich Künstler aus der Schweiz, England, Kanada und natürlich Künstler aus der Region.

Macht eine Galerie für aktuelle Kunst hier in Nürnberg überhaupt irgendeinen Sinn?

Denn genau dieser regionale Bezug ist mir sehr wichtig. Er war mir auch sehr wichtig bei der Frage des Standorts für die weitere Entwicklung der Galerie.
Der kleine Schauraum war ein toller Start aber natürlich auf Dauer nicht ausreichend.
Also stellte sich die naheliegende Frage: Macht eine Galerie für aktuelle Kunst hier in Nürnberg überhaupt irgendeinen Sinn?
Wäre es nicht besser, seine Energie in einen Standort wie Frankfurt, Berlin oder Düsseldorf zu stecken?
Nürnberg und die Metropolregion sind ja nicht unbedingt als das Zentrum für zeitgenössische Kunst berühmt.
Noch nicht.

Ich habe, nach reichlichen Überlegungen, diese Frage nach dem Standort Nürnberg mit einem klaren Ja beantwortet. Die Chancen hier in der Region übersteigen aus meiner Sicht die Risiken.

Und damit kommen wir wieder zum Thema des heutigen Abends.

Standortfaktor Kunst und Kultur

Tobias Buckel: Scene, 2015, 100x140 cm, © Galerie Sturm
Tobias Buckel: Scene, 2015, 100×140 cm, © Galerie Sturm

Nach meiner Überzeugung sollten Unternehmer – also auch ich mit meiner Galerie – auch soziale und gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Und zwar im ureigensten Interesse.

Starke Städte und Regionen ziehen kreative Menschen an. Aber das trifft auch umgekehrt zu. Wer Geistesarbeiter (Designer, Wissenschaftler, Künstler etc.) an sich bindet, ist auch wirtschaftlich erfolgreich.
Da sage ich Ihnen nichts Neues, das wissen Sie, das ist durch viele Studien belegt.

Der Konkurrenzkampf der Wirtschaftsstandorte um die besten Köpfe hat sich verlagert. Die harten Standortfaktoren wie Steuern, Abgaben, Infrastruktur usw. sind gar nicht oder nur in sehr begrenzten Maße beeinflussbar.

Immer wichtiger wird dabei der ehemals weiche, aber immer härter werdende Standortfaktor Kunst und Kultur. Und um so entscheidender ist die Entwicklung und Stärkung des kulturellen Angebotes unserer Region.

Das haben die Verantwortlichen der Institutionen, wie zum Beispiel der IHK oder der Stadt erkannt und auch schon entsprechende Maßnahmen umgesetzt.

In diesem Zusammenhang möchte ich kulturelle Großereignisse wie die Blaue Nacht, das Bardentreffen oder die RathausArt erwähnen oder aber auch bezogen auf den einzelnen Künstler, die Atelierförderung.

Dass dieses Thema enorme Bedeutung hat und auch bei der Politik angekommen ist, zeigt sich zum einen darin, dass wir heute hier im Ministerium für Landesentwicklung zu Gast sind. Weiterhin zeigt es sich in der neu gegründeten Initiative Bayern Kreativ, die in diesem Jahr an den Start ging.

Es ist neben den Institutionen aber auch höchste Zeit für alle Unternehmer, die es noch nicht getan haben, sich mit der Bildenden Kunst auseinander zu setzen, wenn sie die vorhandenen kreativen Talente und Potentiale nicht verschwenden, die Chancen nicht verschlafen und die Entwicklung nicht verpassen wollen.

In diesem Zusammenhang stellen sich nun folgende Fragen:

1. Was kann ich als Unternehmer tun um die Ansiedlung von Kreativen und die Entwicklung der Bildenden Kunst zu fördern? Und damit den Standort Nürnberg und die Metropolregion um ihn für für meine Mitarbeiter attraktiv zu machen und diese an mich zu binden?

2. Wie kann die Bildende Kunst ihrerseits neue Visionen für die Unternehmer entfalten?

Sie sehen also an diesen beiden Fragen:
Das Verhältnis zwischen Unternehmer und Künstler ist keine Einbahnstraße.
Diesen Gedanken möchte ich kurz ausführen und als Denkanstoß an Sie weiter geben.

Das leider oft noch vorherrschende Bild ist ja folgendes:

Auf der einen Seite ist das richtige Leben, die Realität, die Welt des Praktischen und Notwendigen. Dazu gehört die Wirtschaft, gehören die Unternehmen.

Auf der anderen Seite steht die Kunst. Sie ist das Wahre, Gute, Schöne und Heitere.

Also: Hier die harte Arbeit – dort der Spass.
Das aber wiederum bedeutet, die Kunst ist keine so ernste Sache, nicht wirklich notwendig, nichts was wir unbedingt zum Leben brauchen.
Natürlich geht man mal in ein Konzert oder auf eine Vernissage. Es macht ja Freude und man ist kein Banause. Und natürlich ist man für Innovation und kreative Prozesse.
Aber auf die Idee einen Künstler ins Unternehmen zu holen? Daran denkt man nicht im Traum, und wenn dann eher im Alptraum.
Kreative und Künstler sollen sich was Schönes einfallen lassen, aber nur nichts bei mir anfassen. Und das meine in nicht nur im übertragenen Sinn.

Ehrlicherweise muss man auch zugeben, das der „deutsche Künstler“ oft so seine Probleme mit der Wirtschaft hat. Künstler finden die Wirtschaft, oder sagen wir gleich den Kapitalismus, häufig destruktiv und menschenverachtend.
Das Geld ist an allem schuld, es versaut die Welt und nur die Kunst kann unsere Gesellschaft retten.

Die einen haben das Geld – die anderen die Moral?

Das ist natürlich nicht wahr.

Das Kunst und Wirtschaft in Wirklichkeit überhaupt nicht zu trennen, sondern immer schon fest miteinander verbunden sind und wie das Miteinader funktionieren kann und soll, ist eigentlich an sich nichts Neues. Es gab ja schon Ende des 19.Jahrhunderts diesen Diskurs. Ich möchte hier nur die Zusammenarbeit von Emil Rathenau, dem Gründer der AEG, und Peter Behrens erwähnen.

Bildende Kunst als Katalysator für gesellschaftliche und wirtschaftliche Prozesse

Jochen Pankrath: Landschaftsmalerei (fragment), 120x90, Öl auf Leinwand, 2015, © Galerie Sturm
Jochen Pankrath: Landschaftsmalerei (fragment), 120×90, Öl auf Leinwand, 2015, © Galerie Sturm

Das Verhältnis von Künstler und Unternehmer ist, wie eben schon erwähnt, keine Einbahnstraße.
Was also kann der Künstler für ein Unternehmen tun?

Ich möchte die Überschrift des heutigen Abends wieder aufgreifen:
„Katalysator Bildende Kunst“
Der Begriff Katalysator bezeichnet einen Stoff der die Geschwindigkeit einer Reaktion erhöht.
Ohne dabei verbraucht zu werden. Und er beschleunigt gleichermaßen die Hin- und Rückreaktion.

Und die bildende Kunst ist ein hocheffektiver Katalysator, um gesellschaftliche aber eben auch wirtschaftliche Prozesse voran zu bringen. Und zwar in einer für alle Beteiligten gewinnbringenden Art und Weise.

Das heißt, die Unternehmen könnten in viel umfassenderer Weise vom kreativen Potential der Künstler profitieren. Vor allem auch die Unternehmen, die vor schwierigen und ungelösten Problemen stehen.

Es geht also um die konkrete Anwendung von Kunst um ein unternehmerisches Problem zu lösen oder zu einer unternehmerischen Herausforderung beizutragen.
Ich möchte dies an einem kleinen Beispiel verdeutlichen.

Ein Beispiel wie Kunst Unternehmen weiterhelfen kann:

Ein Geldinstitut in Österreich stand bei der Eröffnung einer neuen Filiale vor folgenden Herausforderungen:

  • Wie schaffen wir uns am Markt eine erinnerungswürdige Position? Durch das Produkt oder die Dienstleistung selbst ist das heute ja kaum noch
    möglich.
  • Wie kommunizieren wir die Kompetenz und Vielseitigkeit unserer
    Mitarbeiter?
  • Und außerdem gab es ein Problem mit der Tiefgarage, die die Kunden mit
    ihrer Unübersichtlichkeit mit Sicherheit zur Verzweiflung treiben würde.

Genau diese letztgenannte Tatsache war dann der Angelpunkt für die künstlerische Intervention.

Die Mitarbeiter wurden vom Künstler eingeladen, ihre drei wichtigsten oder liebsten Bücher mitzubringen.
Es wurden über 400 Exemplare gesammelt und eingescannt. Sie wurden zu einer Serie großformatiger Ansichten zusammengestellt, die in der Tiefgarage an den Wänden installiert wurden. Sie müssen sich vorstellen, die Wände sehen aus wie Bücherregale. Alle unterschiedlich und leicht wieder zu erkennen.
So entstand hier der Eindruck einer Bibliothek, der nicht nur für eine gute Orientierung in der grauen Ödnis der Tiefgarage sorgt, sondern auch die Vielfältigkeit der Mitarbeiter darstellt.

Die Kunden waren begeistert und natürlich sorgte dieses Projekt für einiges an positivem Aufsehen. Es ging durch alle Medien. Womit das Hauptziel, nämlich die Positionierung am Markt erreicht war.
Sie sehen, Kunst kann unaufdringlich, aber nachhaltig wirken.

Was ich Ihnen mit diesem kleinen Beispiel zeigen möchte, ist, dass es auch Möglichkeiten gibt, Probleme und Herausforderungen zu lösen, wenn die hauseigenen Kompetenzen des Betriebes oder die von Beratungsunternehmen nicht ausreichen oder nicht fruchten.

Bei meinem Beispiel ging es jetzt nicht um die Abwendung einer bevorstehenden Insolvenz, aber warum sollte es nicht möglich sein, wenn McKinsey und Kollegen zwar viel Geld verbrannt aber keine Lösung gefunden haben?

Der Vorteil von Künstlern und Kunst

Jasmin Schmidt: Oktave, 2014, 195x105 cm, Öl auf Nessel auf Papier, © Galerie Sturm
Jasmin Schmidt: Oktave, 2014, 195×105 cm, Öl auf Nessel auf Papier, © Galerie Sturm

Künstler hingegen bringen ihre kreativen Fähigkeiten, ihre eigenen Sichtweisen und Arbeitsprozesse ein. Sie kommen aus einer anderen Welt. Sie kennen die Regeln, Sprache und Codes der Unternehmen nicht.
Und genau das ist ihr Vorteil. Sie sind neugierig, nehmen differenziert wahr, hinterfragen konsequent, reflektieren, was sie erleben und suchen neue Zusammenhänge.

Sie können eingefahrene Routinen, Denkweisen und Management-Prozesse unterbrechen und dadurch Raum für neue Denk- und Handlungsweisen öffnen. Die Arbeit mit Künstlern kann einem Betrieb helfen, sich selbst mit neuen Augen zu sehen und zu hinterfragen: Was tun wir, wie tun wir es und warum tun wir es?

Weiterhin haben Künstler insbesondere die Fähigkeit, sich produktiv mit der Unsicherheit auseinander setzen zu können, die den Kern jeder Innovation bildet. Sie können Einzelpersonen und Teams auf allen betrieblichen Ebenen helfen, Entscheidungs- und Findungsprozesse so zu gestalten, dass gute Ideen, unter dem Druck rasche Lösungen zu finden, nicht gleich wieder verworfen werden.

Während klassische Unternehmensberatung sich also an den vorhandenen Ressourcen orientiert, ermöglichen künstlerische Interventionen radikal Neues.

Der Galerist als Initiator und Vermittler

Jude Griebel: Reanimator Grasshoppers 35x30x26cm, © Galerie Sturm
Jude Griebel: Reanimator Grasshoppers 35x30x26cm, © Galerie Sturm

Unternehmen können also ganz konkret von den Kompetenzen von Künstlern profitieren.
Welche Rolle spielt hier in diesem Zusammenhang der Galerist und warum braucht man ihn überhaupt?

Als Galerist gilt es zu vermitteln und diese alten festgefahrenen Überzeugungen aufzubrechen. Der Galerist ist Initiator und Vermittler. Er ist eine Art Dolmetscher der unterschiedlichen Sprachen. Der Sprache der Künstler und der Sprache des Unternehmers. Er ist als Unternehmer im Kunstbetrieb das ideale Bindeglied.

Um nicht falsch verstanden zu werden:

Natürlich ist die klassische Unterstützung der Künstler und der Kunstszene auch weiterhin sehr wichtig und dringend notwendig um den Standort Nürnberg und Metropolregion weiter zu stärken.
Also zum Beispiel der Aufbau von Sammlungen oder der Ankauf von Kunstwerken für die Ausstattung der Privat- oder Geschäftsräumen.

Auch hier können Sie sich natürlich die Frage stellen, wozu zu einer Galerie gehen? Das kann ich auch anders haben!

Sie sollten sich aber an einen Galeristen wenden, wenn Ihnen all die vorhin von mir genannten Aspekte zur Stärkung des Standortes wichtig sind.
Der Galerist spielt nämlich eine ganz entscheidende und wichtige Rolle in der Förderung junger Künstler.
Er führt die Künstler in den Kunstmarkt ein, er begleitet und fördert sie. Er macht Öffentlichkeitsarbeit, präsentiert ihre Werke in Ausstellungen und auf Kunstmessen. Und er vermittelt zwischen Künstler und Kunstinteressierten.

Er hat daher einen ganz entscheidenden Anteil an der Lebendigkeit und Qualität der Kunstszene einer Stadt oder Region.

Wenn wir die Künstler und Kreativen in der Region halten wollen brauchen wir eine gute und aktive Galerieszene!

Das heißt, wenn Sie ihre Region und den Standort stärken wollen, kaufen Sie bei hier ansässigen Galerien. Sie müssen nicht nach Düsseldorf oder Basel fahren, um gute Kunst zu kaufen.
Sie können dies sehr wohl hier tun. Seien sie selbstbewusst, es ist noch lange nicht etwas gut, nur weil es aus Berlin kommt.
Das meine ich jetzt nicht als politische Anspielung.

Zur Ausstellung KATALYSATOR KUNST im Heimatministerium

Tobais Buckel: Wallboard, 2013, oil on canvas, 200x150 cm, © Galerie Sturm
Tobais Buckel: Wallboard, 2013, oil on canvas, 200×150 cm, © Galerie Sturm

Im Zusammenhang mit dem Aspekt, dass Sie nicht weit weg fahren müssen um gute Kunst zu kaufen, möchte ich zum Abschluss auf die Ausstellung, die Sie heute und in den nächsten drei Wochen hier sehen können, zu sprechen kommen.

Sie sehen eine Auswahl von Arbeiten von Künstlern der Galerie Sturm.

Unter diesen können Sie Arbeiten von Tobias Buckel sehen. Einen Künstler, den ich seit seinem Abschluss an der Akademie in Nürnberg vertrete.
Tobias Buckel hat zunächst hier in Nürnberg an der Akademie der Bildenden Künste Freie Malerei studiert und ist Meisterschüler von Thomas Hartmann. Im Anschluss ging er nach London ans renommierte Chelsea Collage, wo er das Studium zum Master of Fine Arts mit Auszeichnung absolvierte.

Seine Arbeiten stoßen auf dem Messen, auf denen ich ihn präsentiere, immer auf große Resonanz beim internationalen Publikum. Was sich unter anderem in der Aufnahme in die Watchlist von Artline in Basel oder den Gewinn des PulsePrize RunnersUp in Miami gezeigt hat.

Zur Zeit, ganz aktuell, werden seine Arbeiten auch in London bei Peter von Kant gezeigt.
Wenn ihnen seine Arbeiten gefallen, könnten Sie also morgen nach London fliegen und dort eines, oder natürlich auch mehrere seiner Werke erstehen. Dann können Sie sagen, diese Arbeiten haben Sie in London gekauft. Das hört sich natürlich toll an.

Aber hört es sich nicht noch viel besser an, zu sagen: Ich habe hier in Nürnberg gekauft und damit meine Region unterstützt. Oder als Unternehmer auch letztendlich den Standort meines Betriebes?
Mal ganz abgesehen von den Transportkosten, die Sie sich sparen.

Weiterhin sehen Sie in der Ausstellung im Heimatministerium Malerei von

Sie sehen Videoarbeiten von

und Skulpturen von

 

Zusammenfassung

Ich möchte jetzt am Ende nochmal gerne kurz zusammenfassen:

Die bildende Kunst ist ein immer zentraler werdender Standortfaktor für die wirtschaftliche Entwicklung unserer Stadt und Region.

Die klassische Förderung der Kunst im Sinne von Ankäufen und direkter Künstlerförderung ist und bleibt weiterhin ein wichtiger Faktor.

Aber das Verhältnis von Kunst und Wirtschaft ist keine Einbahnstraße.
Künstler können mit ihren Kompetenzen ganz konkret für unternehmerische Probleme eine Lösung sein.

Ich als Galerist an der Schnittstelle verstehe mich als Ansprechpartner, Vermittler und Dolmetscher zwischen den Bereichen.

Lassen Sie uns zusammenarbeiten, um Nürnberg und die Metropolregion attraktiver für Künstler und Kulturschaffende und damit zu einem noch stärkeren Wirtschaftsstandort zu machen!

Ich danke Ihnen sehr für Ihr Interesse und Ihre Aufmerksamkeit. Vielen Dank.

(Text Dr. Johannes Sturm, Galerie Sturm)

Jasmin Schmidt: Pack, Öl auf Nessel auf Papier, 210x138 cm, 2015, © Galerie Sturm
Jasmin Schmidt: Pack, Öl auf Nessel auf Papier, 210×138 cm, 2015, © Galerie Sturm
Jochen Pankrath: Geisterhaus, 200x130, Öl auf Leinwand, 2015, © Galerie Sturm
Jochen Pankrath: Geisterhaus, 200×130, Öl auf Leinwand, 2015, © Galerie Sturm
Tobias Buckel: Doppelung 2013, Öl auf Leinen, 180x140 cm, © Galerie Sturm
Tobias Buckel: Doppelung 2013, Öl auf Leinen, 180×140 cm, © Galerie Sturm
Christiane Bergellt: Tage im November 120 x 25 cm, 2013, Mischtechnik auf Papier, © Galerie Sturm
Christiane Bergellt: Tage im November 120 x 25 cm, 2013, Mischtechnik auf Papier, © Galerie Sturm

 

KATALYSATOR KUNST – Besucherinformationen

Galerie Sturm – Besucherinformationen

  • Webseite Galerie Sturm
  • Adresse: Galgenhofstraße 33, 90459 Nürnberg
  • Öffnungszeiten: Donnerstag 18 bis 20 Uhr und Sonntag 15 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung.

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